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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 351

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Die Gartenstadt
Date
1905-11-01
Page
Seite 351 (sequence 3)
Language
German
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— 351 — Als wesentlich günstiger ist schon die genossenschaftlich organisierte Hausindustrie anzusehen, die" leicht mit etwas Gartenbau usw. verbunden werden kann, und wenn eine Form des Gartenbaus oder sonstiger intensiver Landwirtschaft gefunden werden kann, die durch schnelle und ausreichende Erträge oder durch entsprechende Organisation (etwa durch Angliederung landwirtschaftlicher und sonstiger Industrien, durch Kombination von Landkulturen mit baldigem Ertrage mit solchen von späterer Rentabilität usw.) geschaftsmässig gesund zu gestalten wäre, so läge darin die grösste Möglichkeit einer verhältnismässig schnellen, billigen, entwickelungsreichen und für Juden geeigneten Kolonisation. Denn wenn es auch richtig ist, dass ein gut Teil unserer unnatürlichen Lage darauf zurückzuführen ist, dass wir nicht landsässig sind und dass uns die bäuerlichen Berufe fehlen, so wäre doch nichts verkehrter, als unsere Hausierer, Handwerker und- Industriearbeiter nun unvermittelt in Bauern umwandeln zu wollen, die auf grossen Flächen Landes hinter dem Pfluge hergehen sollen. Es mag uns betrüben, dass uns die Natürlichkeit, mehr noch als anderen Städtebewohnern, abhanden gekommen ist, aber alle Anstrengungen, die nicht auf eine sehr allmähliche Rückkehr eines entsprechenden Teiles der jüdischen Massen zum Landbau hinzielen, sind von vornherein zum Scheitern oder zu höchst ungesunder Entwickelung verurteilt. Eines entsprechenden Teiles! Auch hier wird meist ein schwerer Fehler gemacht. Viele meinen schlechthin, dass „den ackerbau-entwöhnten Juden wieder der Pflug in die Hand gegeben werden müsse". Man braucht aber bloss zu bedenken, dass bei einer gesunden jüdischen Besiedelung eines Landes alle Berufe von Juden ausgeübt werden müssen, und es wäre doch Wahnwitz, die Händler und Industriearbeiter erst allesamt zu Ackerbauern zu machen, um dann einen grossen Teil der Leute wieder zu Handel und Industrie zurückzuführen! * * * Die „Gartenstadt" ist ein vorzüglicher Weg, um grossen Massen der industriellen Bevölkerung grösserer Städte die nachstehenden Vorteile zu gewähren.

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