Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Article
- Jugendpflege
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 334 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 334 - sephardischen Jeschiba in Jerusalem sich durch Privatunterricht, und mehrere Knaben von Rechoboth bei Jaffa sich durch Angliederung einer Oberklasse an die Dorfschule für den Eintritt in das Präparandum vorbereiteten. Das eröffnet bereits in den Anfängen erfreuliche Aussichten auf einen tüchtigen, modernen Landlehrerstand und auf eine Reorganisation der sephardischen Gemeindeschulen in Jerusalem. Der Eintritt in das Seminar hängt vom Bestehen der Aufnahmeprüfung ab. Es wird zurzeit von einem durch die zionistische Vereinigung Bulgariens aus Philippopel nach Jerusalem geschickten Zögling besucht, und weitere Anfragen und Anmeldungen wie aus Palästina so aus Bulgarien und Russland lassen nicht bloss das Bedürfnis, sondern auch die Sympathie erkennen, deren sich Gründung und Gründer im Orient erfreuen. Künftig will man. übrigens zur Vereinfachung des Lehrgangs darauf halten, dass die angehenden Seminarzöglinge die erste Klasse der Lämelschule durchgemacht haben; aber ob nicht doch die Verhältnisse und der allseitige Bildungsandrang dazu führen werden, die provisorische Einrichtung, für die Aufgabe und Lehrpersonal vorderhand festgelegt sind, in ein ständiges Glied des Schulorganismus umzusetzen, das der Festigkeit und Zielspannung des Ganzen dienen kann? Nach vollendetem Ausbau hofft man, für die jährlichen, Abgangsprüfungen einen Kommissar der deutschen oder österreichischen Regierung zu gewinnen, der den Zeugnissen die staatliche Anerkennung verleiht. Aus dem Unterrichtsprogramm, das von der Schulkommission des Hilfsvereins in Fühlung mit dem Direktor der Lämelschule und nunmehrigem Leiter des Seminars aufgestellt wurde, verdienen folgende Punkte Hervorhebung: Die Aufgabe des Seminars ist die Befähigung pädagogisch gebildeter Lehrer zur Leitung von Volksschulen im Orient und zur Erteilung des hebräischen und religiösen Unterrichts, der bisher auch in den modernen Schulen des Ostens meistens in den Händen der Melamdim oder Chachämim liegt, die jedoch wegen ihres niedrigen Bildungsgrades dieser Aufgabe keineswegs gewachsen sind. Die Zöglinge sollen einerseits die gleiche Ausbildung wie die deutschen Volksschullehrer nach Massgabe der „Allgemeinen Bestimmungen für Lehrerseminare in Preussen" erhalten, andererseits aber auch zur Erteilung des gesamten Unterrichts in hebräischer Sprache und zur Ver-