Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Article
- Jugendpflege
- Date
- 1905-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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ALTNEULAND MONATSSCHRIFT für die wirtschaftliche Erschliessung Palästinas Organ der zionistischen Kommission zur Erforschung Palästinas HERAUSOEGEBEN VON F. OPPENHEIMER S. SOSKIN O. WARBURG. No. 11/12. Berlin, Novbr./Dezbr. 1905. 2. Jahrg. JUGENDPFLEGE. Schul- und Erziehungsverhältnisse in Jerusalem.3) Von Rektor Eberhard in Zarrentin i. M. Das Gären und Ringen, welches heute weite Kreise der Jerusalemer Judenheit in seinen Bann gezogen hat und der gegenwärtigen Zeit insbesondere den Stempel einer Uebergangsepoche mit allen Begleiterscheinungen einer solchen aufdrückt, spiegelt sich wohl am schärfsten und eindrucksvollsten auf dem weiten Felde der Jugendbildung, auf dem Gebiet der Schule. Auf der einen Seite der Bildungshunger, das Streben nach Realitäten, die das Dasein zum Leben erheben und materiell wie geistig die Basis bieten für jeden Fortschritt im Menschenleben; auf der anderen Seite die hemmenden Mächte,, die in allem Weltwissen eine Gefahr für den religiösen Bestand wie für die eigene Machtsphäre wittern, die daher dem Anklopfen der Kultur nicht bloss ein taubes Ohr entgegensetzen, sondern sie mit allen Mitteln und Mittelchen von der Schwelle weisen und den Cherem hinter ihr dreinschicken. Dieselben Chachamim aber — das vervollständigt die Tragik des Bildes — die Inhaber der Chalukah, und jene armen vom Strom der Zeit berührten Leute abhängig von der Chalukah, ebensowenig J) Der Artikel, dessen Verfasser sich während seines Studienaufenthaltes am Deutschen Evangelischen Archäologischen Instiiut zu Jerusalem eingehend mit den Jerusalemer Schulverhähnissen beschäftigt hat, ist unabhängig von den Aufsätzen des Dr. Ii. Loewe: Die Dorf- und. Stadtschule in Palästina (Altneuland No. 3 des L und II. Jahrgnags) geschrieben. Eine weitgehende Uebereinstimmung in den Grundanschauungen und eine unterschiedliche Beurteilung in einzelnen tatsächlichen Verhältnissen wird sich dem aufmerksamen Leser von selbst ergeben. E.