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Altneuland · 1905-08-01 · Heft 8 (August 1905) · p. Seite 250

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 8 (August 1905)
Article
Das Landwirtschaftswerk der Alliance Israélite Universelle
Date
1905-08-01
Page
Seite 250 (sequence 8)
Language
German
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— 250 — erinnern, dass die bestellte Fläche eingeschränkt wurde. Wir haben die Zahl der Kolonisten im Jahre 1903/04 von 10 auf 14 gebracht, indem wir die für jede Dreiergruppe reservierte Fläche beschnitten; anstatt der vorgesehenen 110 bis 120 ha hatte eine solche Genossenschaft von 3 Pächtern nur 70—80 ha. In derartigen Jahren, wird aber jeder Kolonist nur durch grössere Ausdehnung der bestellten Fläche schadlos gehalten. Wir haben daher für das Jahr 1904/05 jedem Pächter ein Minimum von 40 ha zugeteilt, nicht eingerechnet die für die Frühjahrsbestellung vorbehaltenen Ländereien. Ich will hier die für die provisorische Verpachtung, soweit sie den ausschliesslichen Anbau von Cerealien umfasst, eingeführten Reformen zusammenstellen. 1. Die Kosten des Dreschens fallen dem Eigentümer zur Last, soweit ihm die betreffende Frucht zufällt. 2. Frühjahrsbestellung wenigstens auf der Hälfte der angebauten Fläche. 3. Ermunterungsprämien durch Ueberlassung von Feldertrag über das oben angegebene Minimum hinaus. Es schien mir interessant und nützlich, die finanzielle Lage eines Pächters am Ende seiner dritten Kampagne kennen zu lernen; hierüber gibt folgende Rechnung genaue Auskunft. Der betreffende Pächter erzielte im Jahre 1901/02 einen Reingewinn von . .............. Frcs. 1439,05 in 1902/03 ................... „ 1236,20 in 1903/04 ................... „ 1334,55 Gewinn von 3 Jahren Frcs. 4009,80 Ausserdem bezog er während dreier Jahre an Arbeitslohn insgesamt .................. 384,25 Gesamteinnahme aus 3 Jahren Frcs. 4394,05 pro Jahr: Frcs. 1463.65, also das Gehalt eines ins Amt tretenden Lehrers. Er hat während dieser 3 Jahre für seinen persönlichen Unterhalt und zur Unterstützung seiner Eltern verausgabt: in 1901/02.............. Frcs. 1108,40 in 1902/03 .............. „ 1370,65 in 1903/04 .............._„ 1078,80 Frcs. 3557,85 Er besitzt somit am Ende des landwirtschaftlichen Jahres 1903/04 Ersparnisse in Höhe von...........Frcs. 836,20 Das ist das Beispiel eines jungen Landwirtes, der 3 Jahre auskömmlich gelebt und die Pflichten gegen seine Familie erfüllt hat und nunmehr in das definitive Pachtverhältnis mit einer Barschaft von 836,20 Frcs. eintritt. Dieses Resultat verdient Ihre Aufmerksamkeit, es flösst uns Vertrauen in die Zukunft ein und bildet ein Unterpfand des Erfolges, insbesondere für diesen Pächter, der übrigens 1903/04 den grössten Lohn und die beste Ernte erzielt hat. So hat denn auch das Zentral-Komitee meinem Vorschlag gemäss die ausdauernde Arbeit desselben dadurch] belohnt, dass es ihn zum definitiven Pächter befördert hat. Aus leicht begreiflichen Gründen haben Sie den Gedanken der exklusiven Farmerei verworfen; die Pächter bilden eine Genossenschaft, in der der Eigentümer Sitz und Stimme hat und das Recht behält, die Feldarbeit und die Ernte, die ja vor Rückerstattung der Vorschüsse nicht verkauft werden darf, zu überwachen. Sie haben ebenso jedes Projekt abgelehnt, das darauf hinzielte, den Kolonisten zum Eigentümer des Bodens zu machen, Sie wollten nicht,

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