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Altneuland · 1905-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1905) · p. Seite 210

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1905)
Article
Verkehr und Handel Palästinas im Jahre 1903
Date
1905-06-01
Page
Seite 210 (sequence 6)
Language
German
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— 210 — die Küste entlang von Gaza im Süden bis Tyrus (Sur) im Norden betrieben wurde. Das Anbaugebiet hatte sonst eine Länge von etwa 100 engl. Meilen und eine Breite von 5 bis 20. Und es gibt keinen Grund, der das Aufleben dieser Kultur bei nötiger Pflege und Aufmerksamkeit verhindern würde. Der grosse Preissturz der Baumwolle nach Beendigung des amerikanischen Bürgerkrieges zwang die Eingeborenen, die Kultur aufzugeben. Die Ausfuhr dieser Küste war kurz vor Anfang des Krieges durchschnittlich 20 000 Ballen. Das Produkt war von weisser Farbe und kurzem Stapel, also minderwertiger als das ägyptische. Die Breitenlage von Palästina — 30—33 Grad — entspricht derjenigen der Baumwolle bauenden Zone Amerikas und ist im Hinblick auf Klima und Boden bis zur Höhe von etwra 1000 Fuss über dem Meere ein für diese Kultur geeignetes Land. Der allgemeine Charakter des Bodens ist kalkig.. Die Aussaatzeit ist April und die Pflückzeit September. Das Land gehört meist kleinen Besitzern. Der Arbeitslohn ist etwa 1 sh. per Tag, es können, aber Abmachungen wegen Anbau mit den Bauern getroffen werden. Landwirtschaftliche Geräte sind, mit Ausnahme derjenigen in den. jüdischen und deutschen Kolonien, primitiv und bestehen aus der alten Pflugschar, aus dem Dreschbrett, gezogen durch Ochsen, einer Hacke, Sichel usw. Die Ernte und das Entkernen besorgen Frauen, die Ballenpackung geschieht durch Handarbeit. . So würde hier die Baumwolle zum Export präpariert werden und, abgesehen von den längs der Bahn gelegenen Orten, auf dem Rücken der Tiere zum Verschiffungshafen gebracht werden können. Jaffa und Haifa wären die Ausfuhrhäfen. Die Abgaben, die auf Baumwolle fallen würden, bestehen im Ausfuhrzoll von 1 o/o -und im 1 Zehnten, und, wenn die Pflanzer auch Besitzer des Landes sind/ noch im Werghi oder Grundsteuer. Andererseits sind, landwirtschaftliche Maschinen frei von. Einfuhrzoll. Mit Hilfe moderner Instrumente und unter Anleitung von erfahrenen Europäern muss Baumwolle in manchen Teilen des Landes in ausgedehntem Masse und mit Erfolg angebaut werden können. Die Produktion per Acre muss im Ver» gleich zu den früheren Zeiten eine bedeutend grössere werden. Was not tut, ist die Verbesserung und Verbilligung der Transportmittel, ein Vorrat von geeigneten Instrumenten für den Gebrauch der Landbevölkerung und eine Anleitung in den besten Methoden des Anbaues. Oeffentlielie Arbeiten. Eine recht gute Fahrstrasse, die bis. halbwegs nach Nabulus führt, wurde im Berichtsjahre beendet. Dadurch wurden die reichen landwirtschaftlichen Distrikte im Norden Jerusalems dem Verkehr erschlossen, und wenn auch die zweite Hälfte von Nabulus an durch die Lokalbehörden fertig gemacht werden wird, so wird die Verbindung zwischen diesen beiden Städten und dem Norden Palästinas, bedeutend erleichtert und der Handel grösser werden. Projekte sind auch entstanden, eine Dampftramway zwischen Jerusalem und Betlehem laufen zu lassen. Jedoch hängen die Verhandlungen wegen Erlangung einer Konzession von der Pforte noch in der Luft. Die Vergrösserung des Zollamtes von Jaffa ist ebenfalls von der türkischen Regierung ernstlich in Erwägung gezogen worden. Den Schiffen wurde auch die Erlaubnis erteilt, nach Sonnenuntergang in Gegenwart eines Zollbeamten zu laden und zu löschen.. Speziell über Jaffa berichtet der Acting Vize-Konsul F alang a folgendes:

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