Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Verkehr und Handel Palästinas im Jahre 1903
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 209 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
- Beirut 1× ep/1047833
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— 209 — wollkultur in Palästina und Syrien der Anfang gemacht und einige Bemerkungen diesbezüglich werden gewiss hier angebracht sein. Geschichtliches. Anfang des vorigen Jahrhunderts wurde Baumwolle in Nordsyrien erzeugt, die Ernten waren aber unsicher. Die Qualität war allgemein fein und von kurzem Stapel. Sie wurde nur selten auf die englischen Märkte geschickt, wo sie nur für die ordinärsten Zwecke verwendet wurde, hauptsächlich zu Kerzendochten. Der grösste Teil der Ausfuhr ging nach Italien, Frankreich und Deutschland. Die Ausfuhr nach Europa war durchschnittlich 500—600 Kantar (etwa 134—160 Tonnen) per Jahr. 1836 war eine gänzliche Missernte in Nordsyrien. Die Folge davon war eine Vermehrung des Anbaues im Distrikt von Nabulus, etwa 50 engl. Meilen nördlich von Jerusalem, dessen Qualität höher war als die von Aleppo und höhere Preise erreichte. Eine kleine Menge von Baumwolle wurde auch in der Nachbarschaft von Ladikije, nördlich von Beirut, erzeugt, jedoch nur für den lokalen Verbrauch. Wenn es etwas mehr über den Bedarf gab, so ging der Ueberschuss nach den französischen und italienischen Häfen. Die Baumwolle hatte einen Wert von etwa 1250 Piaster (12 £ to s.) per Kantar (600 lbs.). In Syrien und Palästina diente das im Lande gewonnene Produkt in »erster Linie zum Spinnen von ordinärem Garn, aus welchem kurze Stoffe für Unterhosen, Hemden, Ueberzüge und andere Artikel gewebt wurden. Nachdem aber die Einfuhr von englischem Baumwollgarn, langen Stoffen und anderen Textilartikeln begann, verminderte sich der lokale Verbrauch bedeutend. Das Gebiet von Nabulus konnte 4500—5000 Kantar {etwa 1272 Tonnen) Baumwolle liefern, die am Ort der Erzeugung einen Wert von 850—900 Piaster (etwa 8 £ 15 s.) per Kantar (600 lbs.) hatte. Etwa drei Viertel der Ernte wurden ausgeführt und ein Viertel im Lande verbraucht. Baumwolle wuchs auch in der Nachbarschaft von Akka und Jaffa, und damals wurde die Gesamtproduktion von Nordsyrien und Palästina auf 30000 bis 35000 Kantar (etwa 8700 Tonnen) zu einem durchschnittlichen Wert von 350000 £ geschätzt. Nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges im Jahre 1861 in den Vereinigten Staaten, und als der Baumwollmangel fühlbar wurde, befasste man sich mit der Möglichkeit der Ausbreitung der Baumwollkultur in Syrien und Palästina, und etwa 50000 Oka (1 Oka 2% lbs.) amerikanischer Saat wurden in Palästina ausgesäet. Das Ergebnis war nicht günstig, und wohl darum, da die eingeführte Saat Bewässerung verlangte und die Gegend von Nabulus Wasser zu Bewässerungszwecken nicht besitzt. Einheimische Saat, die keiner Bewässerung bedarf, wurde für passender als die fremde Saat befunden, da letztere auch scheinbar unter dem Klima gelitten hatte. Die Ernte von 1865 misslang ganz besonders; es wurden nur 100 000 Oka (etwa 124 Tonnen) geerntet. Der Preis war 15—16 Piaster (etwa 2 s. 10 d.) per Oka (23/4 lbs.), was allerdings sehr einträglich war. Die Ernte von 1866 versprach besser zu werden, man schätzte sie auf 600000 bis 700 000 Oka (etwa 800 Tonnen). Leider aber überfielen das Land Heuschrecken, die die ganze Ernte auf den Feldern, Bäume und alle anderen Pflanzen vernichteten. Seit 1866 hat der Baumwollbau in dieser Gegend, man kann wohl sagen, so gut wie aufgehört, während er vor dieser Zeit mehr oder weniger