Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Die Nachbarländer
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 191 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 1× ep/1047833
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— 191 — 2. Armenien mit Kurdistan. Das Land hat mehr als ein Drittel der Grösse Deutschlands, ist von Palästina ausserordentlich weit entfernt und viel zu gross, um jemals eine kompakte jüdische Majorität bekommen zu können. 3. Mesopotamien. Dieses Gebiet zwischen der arabischsyrischen Wüste im Südwesten, Kurdistan im Norden und Persien im Osten wird ebenfalls für absehbare Zeit aus Gründen der grossen Ausdehnung des Landes und des geringen, möglichen Anteils der Juden an seinem bevorstehenden Aufschwung nicht in Betracht kommen können. Gegen Mesopotamien spricht auch die noch durch keine modernen Verbindungswege gemilderte Entfernung sowohl von Palästina als von den Auswanderungsgebieten aus. Zu einer Reise von Beirut nach Bagdad beispielsweise braucht man heute 3V2 Wochen, und wann endlich die Bagdadbahn in Aktion treten wird, kann heute noch niemand sagen. Was also dort vorläufig geschehen könnte, würde im besten Falle zur Bildung einer kleineren oder grösseren Kolonie führen, die auf Kosten von besser geeigneten Gebieten in diese Entfernungen verlegt worden wäre. Nicht einmal für irgend eine in Betracht kommende nähere Zukunft hätte eine solche Kolonisation besonderen Zweck, und wenn wir selbst die kolossale Ziffer von 5 Millionen Juden annähmen, die in einer schon recht weit gefassten Tätigkeitsperiode im Orient anzusiedeln wäre, so lassen sich diese soviel praktischer und soviel besser innerhalb Palästinas und einer Nachbarzone von ungefähr 400 km ansiedeln, dass wir auf eine Entfernung von 1000 bis 1200 km oder mehr überzugreifen absolut keine Veranlassung haben. 4. Arabien. Dieses grosse Land ist in seinem Innern der Hauptsache nach Wüste und herrenlos, d. h. das Innere ist nicht Teil des türkischen Reiches; zu letzterem gehört vielmehr nur der westliche Küstenstreifen, innerhalb dessen die heiligen Städte des Islam, Mekka und Medina, liegen. In diesem Gebiet eine jüdische Kolonisation, etablieren zu wollen, ist natürlich undenkbar, so dass von diesem Lande überhaupt nicht zu sprechen ist. Allenfalls käme der nördlichste Teil dieses Küstenstreifens, der bei Akaba (dem alten Ezion-Geber) an Palästina grenzt, nämlich das alte M i d i a n, als nahes,, gegenwärtig fast unbevölkertes und sicher nicht ganz unfruchtbares Nachbargebiet Palästinas in Betracht.