Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Deutsche Kolonisations-, Wirtschafts- und Kulturbestrebungen im türkischen Orient
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 177 (sequence 17)
- Language
- German
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— 177 — ,,Russland, Oesterreich, Italien, Frankreich und England, die die Schlüssel zu den beiden Toren des Mittelmeeres in Händen halten, können dank ihrer geographischen Lage mit Aussicht auf bleibendem Erfolg türkischen Boden zu eigen gewinnen, und die meisten haben ja schon grosse Landstücke aus dem Gehege des Osmanischen Reiches gerissen. Deutschland hat dagegen nie die Hand auf türkischen Besitz gelegt und wird und kann aus den genannten Gründen es auch niemals tun. Im Gegenteil, die Politik Deutschlands im vorderen Orient läuft ganz wo anders hin. Sie hat das ernste und ehrliche Bestreben, den Besitzstand des Osmanischen Reiches ungeschmälert zu erhalten und jede Verschiebung der Grenzen zu verhindern." (Fortsetzung folgt.) ABRISS DER GEOLOGIE SYRIENS. Von M. Blanckenhorn. (Schluss.) Auf diese Zeit höchsten Wasserstandes im Anfang des Diluviums folgte dann eine Trockenepoche, die einer Interglazialzeit entspricht, in welcher eine Konzentration der Gewässer bis vielleicht zu einem Niveau von kaum 100 m über dem heutigen Seespiegel und damit zugleich eine Versalzung stattfand. In diese Trockenzeit können wir die Entstehung des Steinsalzlagers in der Unterhälfte des Dschebel Usdum setzen, der sich am SW.-Ende des Toten Meeres zu einer Höhe von 180 m erhebt. Der am Dschebel Usdum und südlich von der jetzigen Lisänhalbinsel gelegene seichte Teil des Toten Meeres war möglicherweise in jener Zeit das einzige Sammelbecken für alle Gewässer, während der heutige nördliche Teil, dessen Boden jetzt stellenweise 793 m unter dem Meeresspiegel hinabreicht, noch nicht in seiner heutigen Gestalt existierte, sondern vielleicht höherer Talgrund des Jordan war und erst später in die Tiefe sank. Vor Eintritt der nun folgenden feuchten Periode des Mitteldiluviums oder der „Haupteiszeit" scheint in einer Beziehung jedenfalls eine bedeutsame Bodenbewegung in Syrien sich vollzogen zu haben, eine nach S. zunehmende relative Hebung Südpalästinas etwa bis zur Linie Jaffa—Mittelpunkt des Toten Meeres und eine schwache Senkung des ganzen nördlichen Teiles bis zur Bucht von Dschebele südlich Lädikije. Erst infolge 3