Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- Die jüdischen Ackerbaukolonien in Argentinien [Nachricht]
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 153 (sequence 3)
- Language
- German
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Die wichtigste Bedingung für den Wohlstand des Uebersiedlers nach Argentinien liegt in seiner Familie. Erfolgreich arbeiten nur diejenigen Kolonisten, welche grosse Familien haben. Der Durchschnittskolonist erarbeitet im Jahr an Geld für den Verkauf von Getreide und anderen Produkten etwa 615 Rbl. An die Administration sind etwa 2 87 Rbl. an Anzahlungen zu machen, so dass ihm noch 328 Rbl. bleiben. In den günstigsten Verhältnissen befindet sich die Kolonie Mauricio, weil sie einem guten Absatzmarkte, der Stadt Buenos-Aires, nahe liegt und auch nicht durch Heuschrecken, Dürre oder allzuviel Regen zu leiden hat. Diese Kolonie hat eine Bevölkerung von 1128 Seelen (164 Kolonistenfamilien) und hatte Anfang 1904 schon 18267 ha Land bestellt. Hornvieh gibt es hier 5611 Stück, darunter 2555 Milchkühe, ferner 3500 Pferde. Auch die Schafzucht hat hier schon einen ziemlich beträchtlichen Umfang — 3000 Schafe. Den Wert der Kolonien bezifTert Staatsrat Krjukow mit 9 Millionen Pfund Sterling. NEUE LITERATUR. Leo Woerl: Kleiner Orientführer für Reisende nach Unterägypten, Palästina und Syrien. Mit Illustrationen, Plan-und Kartenbeilagen. Leipzig, Woerls Reisebücherverlag. Kl. 16°, 248 S. Preis 2 Mark. Man darf sich ja nicht nach Baedeker's oder Meyer's Reiseführern eine Vorstellung von diesem „Kleinen Orientführer" machen. Es ist ganz was anderes! Aeusserlich, wie innerlich. Von den 248 kleinen 16° Seiten ist die grössere Hälfte mit Abbildungen ausgefüllt, was da übrig bleibt für den Text, beschäftigt sich mit Aegypten, Palästina und Syrien. „Der kleine Orientführer soll ein grösseres Reisehandbuch nicht entbehrlich machen", sagt das Vorwort. Und in der Tat, er könnte das in keiner Weise. Wer Kenntnis des Landes anstrebt, der muss Baedeker und Meyer, wenigstens den ersteren, studieren. Woerl bietet ein Routenverzeichnis für den Reisenden, und auch nur ein unvollständiges. Geographische Kenntnisse werden beim Reisenden schon vorausgesetzt, denn das Büchlein enthält nichts über Geographie Palästinas und Syriens. Am ausführlichsten wird noch Jerusalem behandelt: auf 80 Seiten (davon mehr als die Hälfte vollseitige Abbildungen) und für den Rest des Landes, also mit Syrien, reichen noch 25 kleine Seiten Text mit ebensoviel Seiten Abbildungen. Die Abbildungen beziehen sich nur selten auf den Text, meist sind es Typen aus der Bevölkerung. Die Karten sind ebenfalls nicht ausreichend. Wer nach dem Orient geht, der kaufe sich, wenn er schon auch Woerl hat, unbedingt Baedeker oder Meyer. Dr. Aron Sandler: Medizinische Bibliographie für Syrien, Palästina und Cypern. Sonderabdruck aus ZDPV, Band XXVIII, Heft 2 und 3. Leipzig 1905. Baedeker. 16 Seiten. Unser Mitarbeiter, Dr. San dl er, der unseren Lesern durch seine Artikel in „Altneuland" gut bekannt ist, bietet hier eine ausführliche medizinische Bibliographie des Orients, die für den Fachmann von grossem Wert ist. Man kann sagen, dass hier kein einziger Artikel (auch hebräische Zeitungsartikel) unerwähnt blieb, der sich mit der Nosologie des Orients, speziell Palästinas, Syriens und Cyperns beschäftigt. Verf. beabsichtigt auch Nachträge zu dieser Bibliographie zu liefern.