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Altneuland · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. Seite 136

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Die jüdischen Wohltätigkeitsanstalten Jerusalems
Date
1905-05-01
Page
Seite 136 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 136 — 1300, Bukowina 700, Ungarn1) 1100, Snwalk 800, Wilna und Kurland 3200, Grodno 1800, Minsk 600, Pinsk 400, Reussen 550, Slonim 70, Wisnice 70. Der sog. „Waad kol ha-Kolelim" bildet keine Gemeinde für sich, sondern setzt sich aus den Vorstehern (Memunim genannt) der sämtlichen Kolelim, ausser Sephardim und Ungarn, zusammen. Bis Anfang der neunziger Jahre vergangenen Jahrhunderts gab es nämlich keine amerikanischen Glaubensgenossen in Palästina. Da entstand die Frage, wer berechtigt sei, Sammlungen in Amerika anzustellen, oder die Gelder, die freiwillig von dort herüberfliessen, zu beheben. Die genannten Vorsteher trafen nun das Uebereinkommen, eine Zentralkasse zu bilden, die gemeinschaftlich verwaltet und vornehmlich zur Deckung gemeinsamer Ausgaben verwendet werden soll. Aus dieser Kasse beziehen auch die Rabbiner ihre Gehälter. Die Haupteinnahmequelle bildete, wie bemerkt, Amerika. Im Verlaufe kamen jedoch auch andere Zuwendungen, wie z. B. jährliche Subventionen durch den Grand- Rabbin Zadok Kahn in Paris, hinzu. Die einzige gemeinsame Institution hatte noch vor kurzem eine schwere Krisis zu bestehen. Es war das Jahr 1896,97. Russische Glaubensgenossen, die jenseits des Atlantischen Ozeans Bürgerrechte erwarben, fingen an nach Jerusalem einzuwandern Die Köpfe ihrer Lieben" wuchsen bis zu jenem Jahre auf eine beträchtliche Anzahl an. Dem Beispiele der anderen Kolelim folgend, gingen sie nun daran, eine eigene Gemeinde zu gründen, mit der Aussicht, dass ihnen die Einnahmen zufallen würden, welche bis nun die Landsleute daheim dem „Waad kol ha-Kolelim" zuwendeten. Sie vermochten jedoch ihr Vorhaben bis heute nicht durchzuführen. Es kostete zwar einen Kampf2), aber er endete damit, dass die Amerikaner ihre Chalukah durch den „Waad kol ha-Kolelim" beziehen sollten. Rechnet man denKolel Amerika, mit nur teilweiser Autonomie ausgestattet, der aus etwa 300 Seelen besteht, mit, so haben wir hier eigentlich 24 Kolelim. Dies das Bild, welches heute Jerusalem bietet. An der Spitze dieser Kolelim stehen seitens der Sephardim der offizielle Chacham Baschi, gegenwärtig der greise Eljaschar, und seitens der Aschkenasim R. Samuel Salant mit den ihnen untergeordneten Gerichtshöfen. Wie die Aschkenasim aber in bezug der Riten in Chassidim und Peruschim sich teilen, so geteilt *) Hiervon entfallen 300 auf Siebenbürgen. 2) Vgl. „Die Welt" I. Jahrg., No. S, S. 7.

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