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Altneuland · 1905-04-01 · Heft 4 (April 1905) · p. Seite 108

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 4 (April 1905)
Article
Die Verwertung des Getreides in Palästina
Date
1905-04-01
Page
Seite 108 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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- 108 — Etwa 60 % der Ausfuhr gehen nach den Vereinigten Staaten Amerikas, wo für Makkaroni ca. 3,6 Cents pro Pfund oder 41 Frcs. pro 100 kg gezahlt wird. Die Makkaronifabrikation in Palästina ist verhältnismässig sehr einfach und leicht. Während man in Europa verschiedene Beimischungen, wie Safran, Kurkuma, Gelatine etc., verwendet, um der Ware eine schönere Farbe und Klebrigkeit zu geben, wird in Palästina ganz schöne Ware erzielt, indem man reines Mehl mit Wasser mischt. Ausserdem sind auch die teueren Trockenanlagen unnötig, da die Ware vorzugsweise an der Sonne getrocknet wird. Die Makkaroni der einzigen palästinensischen Fabrik sind guter Qualität, und nachdem dieselben zur Probe 24 Stunden in Wasser gelegt wurden, behielten sie ihre Form bei und machten auch das Wasser beim Umrühren nicht trübe. Die erwähnte Makkaronifabrik besteht in Jerusalem schon seit ca. 15 Jahren, aber da der Besitzer, ein Grieche, kein Kaufmann zu sein scheint, ist deren Existenz nicht einmal den Makkaronihändlern in Jaffa, das nur ca. 3l/2 Eisenbahnstunden entfernt liegt, bekannt. Der Grieche besitzt in einer Nebenstrasse einen Laden, wo man ausser seinem Fabrikat noch Tabak und Steckschuhe finden kann, und er begnügt sich mit dem Einzelverkauf, da er dabei 3 Metallik pro Unze, d. h. 70 Frcs. pro dz erhält, während er beim Engrosverkauf nur 47 Frcs. pro dz tür seine Ware bezahlt bekommt. Trotzdem produziert diese Makkaronifabrik doch an 10 000 Oka oder 12 840 kg pro Jahr. Die Makkaroni haben sich ein grosses Absatzgebiebt im Orient erworben, und deren Import nach Beirut, Damaskus, Palästina und den nordsyrischen Hafenstädten, insbesondere aber nach dem 12 Stunden von Palästina entfernten Aegypten, ist sehr gross. Die künftigen. Makkaronifabriken Palästinas müssen selbstverständlich gute kaufmännische Verwalter haben, um sich den Markt zu erwerben, wie es die anderen Exportländer tun. Zur Makkaronifabrikation finden nur feinere Mehlsorten Verwendung. Der genannte Grieche zahlt für die ihm nötigen Mehlsorten laut seiner Angabe 4l/2 Piaster von Jerusalem pro Rottel oder ca. 28 Frcs. pro dz, d. h. mehr als für eingeführtes europäisches Weizenmehl in Jaffa gezahlt wird. Wenn auch diese Angabe nicht genau stimmen mag, so ist doch kein Zweifel, dass man die nötige Mehlsorte in Palästina in grösserer Menge sehr schwer erhalten kann, und dass sie sehr teuer sein wird. Es wird deshalb für den Makkaronifabrikanten

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