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Altneuland · 1905-04-01 · Heft 4 (April 1905) · p. Seite 104

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Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 4 (April 1905)
Article
Die Coethener Kurse für koloniale Technik
Date
1905-04-01
Page
Seite 104 (sequence 8)
Language
German
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— 104 — Cöthen gedacht, die eine Einführung in die arabische Sprache bot. Es wurden die besonderen Eigentümlichkeiten der Sprache, ihre Buchstaben und Zahlen, einfache Wort- und Satzbildungen gelehrt. Im übrigen musste sich der Vortragende natürlich auf eine kurze Zusammenstellung der im gewöhnlichen Verkehr gebrauchten Fragen, Antworten und Redewendungen beschränken. Mit der Erwähnung der Oppenheimerschen Vorträge hatten wir den Kreis der Vorlesungen der von der zionistischen Palästina-Kommission gestellten Dozenten eröffnet. Als erster kam Prof. Dr. Warburg-Berlin zu Wort. Seine fünfstündigen Ausführungen behandelten die Bedeutung grosser Teile des Orients als Kolonisationsgebiete. In der Einleitung begründete der Vortragende die besondere Eignung des Orients für Kolonisationszwecke. Am ausführlichsten wurde Kleinasien, wo der Vortragende bekanntlich persönliche kolonisatorische Erfahrungen gesammelt hat. demnächst Armenien, Mesopotamien und Arabien behandelt, während die ausführliche Besprechung Palästinas den folgenden Rednern vorbehalten blieb. Den Hauptinhalt, der eine Fülle von Material umfassenden, aber scharf disponierten Darlegungen, bildete die physische Landeskunde der erwähnten Gebiete, ferner die Schilderung der Bevölkerung unter den Gesichtspunkten ihrer Rassenzugehörigkeit, ihrer Religionen, ihrer Geschichte und ihrer Brauchbarkeit für kolonisatorische Zwecke, weiterhin nähere Angaben über den Stand der Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe, über Verkehr und Handel in jenen Ländern und über die bisher dort erfolgten Kolonisationsversuche. Ein reichhaltiges Demonstrationsmaterial, besonders von pflanzlichen Produkten Anatoliens, erhöhte das Interesse der Hörer. Auch die politischen Intentionen der Grossmächte in einzelnen der erwähnten Gebiete, besonders die sich durchkreuzenden Interessen Englands, Russlands und der Türkei, das geringe Interesse Deutschlands an der Besiedelung der asiatischen Türkei und das hohe Interesse der Juden an diesen Fragen wurde in grossen Umrissen erörtert. Nun folgten einige Vorlesungen, die sich speziell mit Palästina befassten. Dr. Blankenhorn-Berlin, der einzige zur Zeit lebende Geologe, der die Bodenbeschaffenheit Palästinas systematisch studiert hat, las sieben Stunden über die physische Landeskunde Palästinas, also insbesondere über Lage, natürliche Grenzen, Geologie, Oberflächenbeschaffenheit und Klima des Landes. Der Vortragende hatte ein umfangreiches und kostbares Demonstrations-

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