Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 4 (April 1905)
- Article
- Die Coethener Kurse für koloniale Technik
- Date
- 1905-04-01
- Page
- Seite 98 (sequence 2)
- Language
- German
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— 98 - wirtschaftlichen Interessen dienen, in einem geschlossenen Vortragszyklus all denen zugänglich zu machen, die einen realen Einblick in die Verhältnisse des Landes gewinnen wollen, indem die Zukunft des jüdischen Volkes ruht, muss als durchaus geglückt und zufriedenstellend bezeichnet werden. Zwar war es diesmal unterlassen worden, in der zionistischen Presse rechtzeitig auf die Cöthener Vorlesungen aufmerksam zu machen, und darin mag die auffallend geringe Beteiligung der zionistischen Kreise an den Kursen seinen Grund haben. Im ganzen hatten sich ca. 200 Hörer im Sekretariat eintragen lassen, von denen etwa 150 Nichtjuden — zumeist Studierende des Cöthener Technischen Instituts — und nur 50 Juden waren; unter den letzteren befanden sich leider nicht mehr als 16 Auswärtige. Es unterliegt, um das zu wiederholen, keinem Zweifel,, dass diese klägliche Beteiligung keinen Massstab für'das Interesse der Zionisten, besonders der zionistischen Akademiker, an den Palästinawissenschatten bieten kann — wie wir hoffentlich bei den nächsten Kursen, die rechtzeitig angezeigt werden sollen, an der Hand von Zahlen werden nachweisen können. In dem Bibliotheksraum des Technischen Instituts hatte die zionistische Kommission eine kleine Palästinabibliothek aufgestellt, die von den Studierenden so eifrig benutzt wurde, dass einzelne "Werke überhaupt nur mit Mühe zu erlangen waren. Bei der Eröffnungsfeier wurden die Prinzipien, aus denen heraus die Kurse ins Leben gerufen worden waren, von mehreren Rednern (Direktor Dr. Föhr, der Oberbürgermeister von Göthen, Kapitän Stubenrauch) erörtert. Die zionistischen Redner an diesem offiziellen Abend (Prof. Dr. "Warburg, Dr. Klee) hoben das spezielle Interesse der zionistischen Partei an diesen Kursen hervor und legten auch in ausführlicher Weise den Grundinhalt der zionistischen Bestrebungen dar. Mit welchem Eifer die Hörer den Ausführungen der Dozenten folgten, mögen einige Mitteilungen über die Besuchsfrequenz in den einzelnen Vorlesungen lehren. Von den vom Technischen Institut gestellten Dozenten hatten einzelne, wie Direktor Dr. Föhr, Prof. Schmitt, Rechtsanwalt Heine u. a. gegen 200 Hörer, während naturgemäss die speziell technischen, also rein fachwissenschaftlichen Vorlesungen etwas schwächer besucht waren, ohne dass die Hörerzahl im Durchschnitt unter 50 sank. Die Vorlesungen der von der Palästina-Kommission gestellten Redner waren, soweit sie in der ersten Woche gehalten wurden von Anfang