Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 3 (März 1905)
- Article
- Die Lepra in Palästina
- Date
- 1905-03-01
- Page
- Seite 79 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- 79 — Standpunkt des medizinischen Interesses noch vom Gefühlsstandpunkt, sondern in ihrer wirklichen Bedeutung für die praktische Palästinaarbeit, so tritt sie ganz in den Hintergrund, was wohl jeder nach der vorausgeschickten Orientierung zugeben wird., Wenn wir also in unserem Artikel über das Trachom in Palästina (No. 6 Jahrg. I, 1904 dieser Zeitschrift) vor einer Unterschätzung, der Bedeutung jener Augenkrankheit für jede umfangreiche kolonisatorische Arbeit in Palästina warnen mussten (ohne allerdings die günstigen Chancen der Bekämpfung jener Seuche aus den Augen zu lassen), so gilt für die (allerdings unheilbare) Lepra das gerade Gegenteil; es muss vor einer Ueberschätzung ihrer praktischen Bedeutung gewarnt werden. JUEDISCHE PRIVATWIRTSCHAFTLICHE ACKERBAUKOLONIEN. Von Privatdozent Dr. D. Pasmanik, Genf. Der Vorschlag Oppenheimers, die künftige jüdische Kolonisation nach dem von ihm entwickelten Prinzipe der landwirtschaftlichen Arbeiter-Produktiv-Genossenschaft, die sich naturgemäss zur Siedelungsgenossenschaft entwickelt, aufzubauen, begegnet Widerspruch von zwei entgegengesetzten Seiten: dem einen ist der Vorschlag zu weitgehend, dem anderen nicht entschieden genug* Die einen meinen, man darf ja nicht an den Juden neue Prinzipien und Formen des Wirtschaftslebens erproben; man soll nur die Methoden der althergebrachten Wirtschaft befolgen, da die ganze Welt heutzutage nur die Privatwirtschaft kennt. Der „gesunde Menschenverstand" kennt eben nur die Wirklichkeit und scheut vor Zukunftsplänen, mögen sie noch so genau wirtschaftlich begründet sein, zurück. „Wir sollen kolonisieren, wie die ganze Welt kolonisiert", sagen diese klugen Leute. Ja nichts Neues, Unbekanntes. Den anderen schmeckt nicht der Vorschlag Oppenheimers, weil er nichts vom Klassenkampf spricht. Ein Wirtschaftssystem, das nicht auf Klassenkampf beruht, das noch dazu die Konkurrenz als die Grundkraft des gesellschaftlichen Lebens anerkennt, riecht verdächtig, etwa bourgoisartig. Die „Expropriation des