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Altneuland · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. Seite 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
Die Lepra in Palästina
Date
1905-03-01
Page
Seite 74 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 74 — weise sogar auch das gesunde zentrale Hochland Arabiens, ferner Syrien, Palästina, Mesopotamien, Kleinasien, Cypern und Turkestan mehr oder weniger stark heimgesucht. Nach der dem 24. Band von Nothnagels Sammelwerk der Pathologie beigefügten Leprakarte ist Kleinasien für vorderasiatische Verhältnisse besonders schwer betroffen (1/1000). Die Erkrankungsziffer für Palästina (etwa 1/5000) steht also tiefer als die Kleinasiens, höher als die der arabischen Küste und entspricht etwa der Vorderindiens, der verseuchteren Teile Persiens oder der Portugals und Norwegens. Sandrezki (1895) schätzt die Zahl der Leprösen in Palästina etwas höher, auf ca. 600, Tiburtius (1902) auf nur 300. Immerhin ist schon aus diesen Zahlen ersichtlich, dass die Krankheit im nosologischen Gesamtbild Palästinas keine wesentliche Rolle spielt. Die Lepra, die übrigens wohl mit dem Aussatz Hiobs identisch ist, während ihre Identität mit der in der Bibel beschriebenen Krankheit „Zoraath" zweifelhaft sein dürfte (die Zoraath-Literatur weist etwa 10 verschiedene Theorieen über die Deutung des Krankheitsbildes auf), tritt entweder in Form der Knoten- oder der Nerven-Lepra oder in einer Mischform auf. In relativ jungem Alter erkrankt der Mensch bald plötzlich, bald im Laufe von Jahren, es entstehen allmählich an der Nase und an bestimmten Lieblingsstellen der Haut Knoten, welche wachsen und zu grösseren Knoten verschmelzen können. Bei der Nervenlepra kommt es zu Empfindungsstörungen und Schmerzen im Bereich der befallenen Bahnen, dann zu Empfindungslähmungen, späterhin zu den verschiedenartigsten Geschwürsbildungen und Ernährungsstörungen einzelner Teile, die im Laufe der Zeiten zur Verstümmelung der Extremitäten führen. Meist treten, wie gesagt, beide Formen kombiniert auf. Späterhin werden auch die Schleimhäute befallen, es entsteht eine typische Entstellung des Gesichts („Löwengesicht"), es treten gewisse zerstörende Augen-, Zahn- oder Drüsenerkrankungen hinzu, und endlich kann die spezifische Erkrankung jedes innere Organ ergreifen. Die Erweichung der Hautknoten führt zu langwierigen Eiterungsprozessen, da die Geschwüre keine Tendenz zur Heilung zeigen, ja es kommt nicht selten zur spontanen Abstossung ganzer Teile der Extremitäten. So fristen die Unglücklichen jahrzehntelang ihr elendes Leben, das sie allmählich mit Resignation ertragen lernen. Die Frage der Verbreitungsart der Lepra ist noch nicht einwandsfrei beantwortet. Die Möglichkeit einer Kontaktinfektion

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