Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1905)
- Article
- Der Eierhandel [Nachricht]
- Date
- 1905-02-01
- Page
- Seite 63 (sequence 3)
- Language
- German
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— 63 — grösste Importland ist, im verflossenen Jahre eine Abnahme, und zwar von 1 260 871 £ auf 994 817 £. Der durchschnittliche Verbrauch ausländischer Eier hat sich in Grossbritannien im letzten Jahre auf 64 Stück pro Kopf der Bevölkerung belaufen. Lysol als Bekämpfungsmittel der Reblaus. Zu Beginn des Herbstes steigt bekanntlich das befruchtete Weibchen der Reblaus zur Erde hinab, um in diese ihr Winterei abzulegen. Da aus einem einzigen Ei Millionen von Rebläusen entstehen und jede einzelne der Ursprung eines neuen Herdes werden kann, ist die Hauptaufgabe wirksamer Reblausbekämpfung die Vernichtung dieser Wintereier. Das war auch schon seit langem bekannt, namentlich seit den Untersuchungen von Balbiani, und dennoch gelang es immer nicht, ein wirksames Gegenmittel zu entdecken. Vor drei Jahren nun hatte Dr. Gantin (Paris), wie uns geschrieben wird, eingehende Versuche mit Lysol als Desinfektions- und Bekämpfungsmittel begonnen, und nach seinem Bericht übertrifft der Erfolg alle Erwartungen. Einen völlig aufgegebenen Weinberg hatte er zu seinem Versuchsfelde erwählt, und schon Ende 1903 konnte der Weinberg als gerettet betrachtet werden, ja, die Ernte war sogar grösser als sonst. Die Behandlung bestand in einem zur Winterszeit ausgeführten Bestreichen der Stöcke mit einer 5 v. H. Lysol-Lösung. Dr. Gant in unternahm noch einen zweiten Versuch, indem er ein dicht neben einem Weinberg* liegendes Gelände mit heimischen Reben ohne Pfropfung bepflanzte. Trotz des mit Reblaus gesättigten Bodens gediehen die Reben vorzüglich und zeigten schon nach einem Jahr ein ausserordentliches Wachstum und durchaus gesunde Wurzeln, was ausschliesslich durch Lysolbehandlung erreicht wurde. Auch in Deutschland werden jetzt noch weitere Versuche mit Lysol angestellt; es wäre ja von ganz ausserordentlicher Bedeutung für den Weinbau, wenn Dr. Gantins Behauptungen sich bestätigten. Griechische Korinthen-Vertriebs-Gesellschaft. Unseren Weinproduzenten und der Anglo-Palestine Co. in Palästina sei für den Vertrieb ihrer Weine folgendes Verfahren der Griechischen Korinthen-Vertriebs-Gesellschaft empfohlen : Die griechische Nationalbank und die Korinthenbank in Griechenland gründeten im vorigen Jahre die Griechische Korinthen-Vertriebs-Gesellschaft mit dem Hauptsitz in Patras. In Amerika und England bestehen bereits Filialen und ist jetzt auch in Deutschland eine Zweigniederlassung errichtet und für diese in Berlin ein Direktor ernannt worden. Der Direktor hat in allen grösseren Städten Agenten angestellt, so dass den Konsumenten Gelegenheit geboten ist, direkt mit den Produzenten zu verkehren unter Wegfall sämtlicher Zwischenhandelsspesen. Palästina-Briefmarken. Ueber Palästina-Briefmarken .handelt ein Eigenbericht aus Jerusalem, den die „Post", Universal-Anzeiger für Briefmarken-Sammler, unter dem 27. Sept. 1904 bringt. Trotz der grossen Mannigfaltigkeit der Palästina-Marken infolge der den verschiedenen Grossmächten gehörenden Postämter in Jerusalem gibt es dort keine Marken-Spezialgeschäfte, und selbst die Fremdenführer und Hotelangestellten machen merkwürdigerweise noch kein Geschäft damit, den Fremden abgestempelte Marken der dortigen Postämter unter der Hand anzubieten. Offenbar herrscht in Jerusalem noch nicht das Bewusstsein, dass es ein regelrechtes Briefmarkengeschäft gibt, oder man macht sich jedenfalls von dem Umfang und der Be-