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Altneuland · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. Seite 62

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Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Der Eierhandel [Nachricht]
Date
1905-02-01
Page
Seite 62 (sequence 2)
Language
German
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— 62 — geführt wurden. Der Konsiliarbericht für Jaffa 1902 enthält gar keine Angaben über die Ausfuhr von Eiern. Indes sehen wir, dass die Ausfuhr von Eiern aus der Türkei nach dem „Journal de la chambre de commerce de Constantinople" etwa 80 Millionen Stück im Wert von annähernd 150 000 türkischen Pfund beträgt. Das Journal weist noch darauf hin, dass dieser Handelszweig sehr ausdehnungsfällig ist und gegenwärtig wohl mit der russischen Produktion in lebhaften Wettbewerb treten könnte. Gerade jetzt sind die russischen Eisenbahnen, die ausschliesslich im staatlichen Besitz sind, infolge der Mobilisierung stark belastet, was auf den Geschäftsverkehr nachteilig einwirken muss. Die von der ottomanischen Regierung gewährten Transporterleichterungen würden den türkischen Produzenten voraussichtlich von Nutzen sein. Ein nachahmenswertes Beispiel dafür, wie durch planmässiges Vorgehen und bedachten Zusammenschluss der Interessenten ein Erwerbszweig in kurzer Zeit eine grosse Bedeutung erlangen kann, bietet der dänische Eierhandel. Erst im Jahr 1867 dachte man in Dänemark daran, Eier auszuführen. Bis dahin hatte die dortige Landwirtschaft nur eine geringe Aufmerksamkeit der Geflügelzucht geschenkt. Von jener Zeit an aber machte die Ausfuhr bald ganz überraschende Fortschritte, und im Jahr 1895 bildete sich eine Gesellschaft für Eierexport. Im Jahr darauf bewertete sich die Ausfuhr auf acht Millionen Mark, und im Jahr 1902 erreichte sie mit rund 36 Millionen Dutzend Eiern einen Wert von über 25 Millionen Mark, wovon fast 4-l/2 Millionen den Mitgliedern der Gesellschaft als Gewinn überwiesen wurden. Die dänische Gesellschaft für Eierausfuhr umfasst jetzt 33 500 Mitglieder, die sich auf 500 unter Aufsicht der Zentrale stehende Lokalgesellschaften verteilen. Jede Lokalgesellschaft sammelt die frischen Eier in ihrem Bezirk und schafft sie bis zu dem für sie bestimmten Ausfuhrhafen. Von dem Augenblick an, wo die Ware das örtliche Sammelzentrum verlässt, werden alle Kosten von der Gesellschaft getragen, die auch den Käufern für die Frische und Güte der Eier haftet. Der Erlös wird dann nach Massgabe der Lieferung unter den Mitgliedern verteilt. Jede Ortsgesellschaft umfasst wenigstens 10 Mitglieder. Sie darf die gesammelten Eier höchstens vier Tage liegen lassen. Auf der Zentralstation werden die Eier gewogen und in sechs Gruppen geteilt, von denen die geringste 61/2, die höchste 9 Kilogramm für 10 Dutzend wiegt. Dann wird noch eine Prüfung bezüglich der Frische vorgenommen, weiterhin die Verpackung in Kisten aus Fichtenholz, die mit der Marke der Gesellschaft und einem Zeichen für die Qualität und die Zahl der Eier versehen sind. Die Spesen stellen sich vom Versendungsort bis auf das Schiff auf noch nicht fünf Pfennige für das Dutzend. Um dem Leser eine Vorstellung über die Dimensionen des Verbrauchs von frischen Eiern zu geben, führen wir noch die Angaben des „Bulletin Commercial" über den Eierimport Englands an. Grossbritannien ist weit entfernt davon, den Bedarf des Landes an Eiern selbst zu decken, trotzdem die verschiedensten Anstrengungen zur Flebung der Geflügelzucht und Eierproduktion im britischen Reich gemacht worden sind. Im Jahre 1903, wo die feuchte und kalte Witterung des Sommers der Hühnerzucht grossen Schaden bereitet hat, hat die Einfuhr von Eiern nach Grossbritannien erheblich zugenommen; sie bewertete sich auf 6617619 £ gegen 6 308 985 £ im Jahre 1902 und 5 495 767 £ im Jahre 1901. Die Zunahme ist lediglich auf die vermehrte Einfuhr aus den beiden Hauptherkunftsländern Russland und Dänemark zurückzuführen. Dagegen zeigt Deutschland., das das dritt-

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