Mannheim
Compact Memory

Altneuland · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. Seite 60

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Die Olivenkonserven [Nachricht]
Date
1905-02-01
Page
Seite 60 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2266000-2266015-2266018--0910-2267221
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

VERMISCHTES. Die Olivenkonserven. Der „Konserven-Zeitung", Fachblatt für die Fabrikation der Gemüse-, Obst-, Fleisch- und Fischkonserven, Präserven und Nährmittel (Braunschweig), entnehmen wir die nachfolgenden Angaben des Dr. Trabut, Direktors der Station botanique des Generalgouvernements von Algerien, die von ihm gelegentlich des Oelkulturkongresses zu Sfax in einem Vortrage mitgeteilt wurden. Wenn wir auch gegenwärtig in Palästina noch nicht über ausgedehnte ertragliefernde Olivenpflanzungen verfügen, so ist doch der Gegenstand bei dem steigenden Interesse für die Oelbaumkultur von Aktualität. Auch besteht die Möglichkeit der Errichtung von Olivenkonservenfabriken in Gegenden, wo eine starke nichtjüdische Olivenproduktion existiert — hiermit die Möglichkeit einer Kapitalanlage, auf die wir unsere kleinen Kapitalisten aufmerksam machen. Die grosse Produktion an schönen Oliven in Tunis sollte den Anlass gehen, dass man Fabriken zur Herstellung von Konserven errichtet. Die Olivenkonserven bilden einen wichtigen Artikel des Handels mit Nahrungsmitteln, und ihr Konsum könnte sich noch beträchtlich heben, wenn man ein gutes Produkt zu billigem Preise anbieten würde. Die grüne Olive, die besonders in Gebrauch ist, hat zu wenig Nährwert, sie bildet also nur ein Genussmittel; aber die reife Olive könnte in wohl konserviertem Zustande ein wirkliches Nahrungsmittel werden, dessen Absatz in Europa gar nicht vorausgesehen werden kann. Diese sehr ölreiche Frucht besitzt hohen Nährwert: ihr Fruchtfleisch ist saftig und leichter zu verdauen als das der grünen Frucht. Ein kleines Quantum derartiger Oliven mit Brot würde als Teil einer Mahlzeit in den verschiedensten Gegenden Anklang finden. Würden diese Oliven hillig zu haben sein, so würde die arbeitende Bevölkerung in ihnen ein reiches und stärkendes Nahrungsmittel finden. Die Konservierung der reifen Oliven ist auch viel leichter; denn sie kann zu jeder Periode der Olivenernte stattfinden. An den Küsten des Mittelmeeres hat man von jeher die schwarzen Oliven in Salz eingemacht; aber das erhaltene Produkt hält sich nicht lange. Diese schwarzen Oliven sind teilweise ihres Wassergehaltes beraubt durch die Behandlung, die darin besteht, dass man sie salzt und die bittere Flüssigkeit, die sich ausscheidet, abfliessen lässt. In Kalifornien ist man zu besseren Resultaten gekommen, indem man die schwarzen Oliven ebenso wie die grünen in Salzwasser einlegt. Die Amerikaner konsumieren gegenwärtig grosse Quantitäten reifer, konservierter Oliven. Auf meine Empfehlung hin hat eine Konservenfabrik in Bougie reife Oliven konserviert, die ausgezeichnet sind und Käufer in Frankreich und England finden. Im allgemeinen sind die grossen Oliven füi diesen Zweck vorzuziehen; aber auch die kleinen Oliven können besser als für grüne Konserven nutzbar gemacht werden, da das Fleisch sich sehr leicht loslöst, ohne dass man den Kern ringsum benagen muss. Eine sehr wichtige Voraussetzung des Erfolges besteht in der Sortierung der zu behandelnden Varietäten. In Kalifornien verwendet man hierzu einen einfachen Spezialsortierapparat, wie er hierunter abgebildet ist. Auf dem ersten Teil dieses Apparates trennen sich die gemischten Oliven von den Blättern, welche durch die im Boden vorhandenen Schlitze fallen. Die kleinen Oliven fallen sodann in eine Reihe aufeinander folgender Kästen, während die grossen Oliven, die nicht genügend Oeffnungen zum Durchfallen vorgefunden haben, am Ende

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.