Mannheim
Compact Memory

Altneuland · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. Seite 51

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Die Kolonisation von El-Arisch
Date
1905-02-01
Page
Seite 51 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2266000-2266015-2266018-2267165--0896-2267212
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 51 — sucht gehabt habe, und nach langen Verhandlungen, habe die äg}^ptische Regierung erklärt, dass es ihr nicht möglich sei, an dem Einverständnis festzuhalten, weil das Gutachten der Sachverständigen sie davor gewarnt habe, da man die Ebene nicht mit genügendem Wasser versehen und demzufolge der Kolonisation von El-Arisch oder den anderen Teilen der Halbinsel kein Vertrauen entgegenbringen könne........ Und das Projekt wurde aufgegeben, da aus den eingehenden Forschungen der nach El-Arisch gesandten technischen Kommission die Unmöglichkeit, eine ausreichende Bewässerung* zu beschaffen, klar erhellte; auch das Regenwasser hätte diesem, ernsten Erfordernis nicht Rechnung tragen können, da es in jenen Gegenden selten und nur wenig regne". Der zahlreichen und heftigen Opposition zum Trotz billigte der Kongress das Vorgehen des Komitees und beschloss, die Forschungen auf die Kolonisation des afrikanischen Territoriums zu lenken, indem er auf diejenige von El-Arisch verzichtete.1) Nun wollte ich noch einmal eine Bitte an die Kommission, welche El-Arisch besucht hat, richten, dahingehend, dass nämlich der technische Bericht derselben veröffentlicht werden möge; dies würde für die geographischen Forschungen nicht ohne Nutzen sein. Was mich anbetrifft, so halte ich, der ich mich gegenwärtig mit einer Forschung über das peträische Arabien beschäftige, weder den Versuch einer Kolonisation an jener Küste des Mittelmeeres für unmöglich, noch etwa für in weiter Ferne liegend. * * * Das Gouvernement El-Arisch ist das östlichste der sechs Mehäfzat von Aegypten und begreift den mittelländischen Bezirk jenseits des Kanales von Suez bis zu den Grenzen von Palästina in sich. Diese Zone der Wüste, welche von dem Bergmassiv des Sinai sanft gegen das Meer hin abiällt, wurde übereinstimmend, bevor der Einschnitt des Isthmus durchstochen wurde — und von dem einen und anderen auch hernach2) — als ein Zubehör Aeg3^ptens angesehen; und dies ergab sich nicht so sehr aus dem gleichförmigen Anblick der Bodengestaltung vom Delta bis nach Palästina, als aus der Absicht, die traditionelle und biblische Grenze des Wadi El-Arisch (torrens Aegypti) und die konventionelle politische Grenze El-Rafa-'Akaba zu vereinigen. Aber da der Isthmus von Suez — welcher aus jüngerem Alluvium besteht — die natürliche geographische und geologische Grenze zwischen Afrika und Asien und zwischen Aegypten und dem steinigen Arabien darstellt, müssen wir die Gegend von El-Arisch, welche einen Teil des steinigen Arabiens ausmacht3), als ein Zubehör von Syrien-Palästina ansehen. Viele Gründe gibt es, welche diese Zuweisung rechtfertigen. „Von dem Busen von Alexandrette aus bis nach Aegypten — schreibt Reclus — erstreckt sich eine natürliche Region, welche in drei durch Terrainbildung, Klima und geschichtliche Entwicklung deutlich von- 1) Ich verdanke diese Mitteilungen der Liebenswürdigkeit des Herrn Benvenuto Donati zu Modena, gegenwärtigen Direktors der „Idea Sionista", sowie einer Nummer der letzteren (Sept./Okt. 1903), welche dem Baseler Kongress gewidmet war. 2) Bertacchi, vol. V von Terra v. Martinelli, Vidal de la Blache, Cour de Geographie» Vivien de Saint-Martin, DictionDaire. 3) Ich betrachte als Grenzen des peträischen Arabiens den Kanal und den Golf \on Suez, den. Golf von 'Akaba und den Wadi El-Araba, die Lin e von El-Rafa bis zum Fusse des Toten Meeres. Es ist hier nicht der Ort, die Gründe auseinanderzusetzen, welche mich dazu geführt haben, diese Grenzen festzulegen, und ich spare mir dies für meine Monographie über das peträische Arabien auf.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.