Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1905)
- Article
- Einige Bemerkungen zu dem Artikel "Die Mühlenindustrie in Palästina"
- Date
- 1905-02-01
- Page
- Seite 50 (sequence 8)
- Language
- German
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- IRI
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Auf alle Fälle, wir wiederholen es, ist ein diesbezüglicher Versuch notwendig. Zum Schlüsse erinnern wir noch einmal daran, wie sehr man vorsichtig sein muss,'wenn man ein Unternehmen lanzieren will, welches anscheinend bei uns unbekannt war. PALAESTINA UND NACHBARGEBIETE. Die Kolonisation von El-Arisch. Der No. 1, 1905, der italienischen Monatsschrift „L'Idea Sionista" entnehmen wir die nachfolgenden Ausführungen von Prof. Dr. Claudio W. Guastalla über das Gebiet von El-Arisch, über welches er in der Dezenibernummer 1904 der italienischen Revue, „L'Italia Coloniale" ausführlich berichtet hatte.. Wir bemerken ausdrücklich, dass wir den Optimismus des Verf. inbezug auf die Besiedelungsmöglichkeit des in Frage kommenden Gebietes nicht teilen. Ebenso scheint uns Verf. in seiner Einleitung einen etwas eigenartigen Standpunkt eingenommen zu haben. Prof. Guastalla schreibt: Gegen Ende August 1903 diskutierte der in Basel tagende sechste Zionisten- Kougress das Anerbieten der englischen Regierung zur Errichtung einer hebräischen Kolonie mit autonomer Verwaltung unter dem hohen englischen Protektorat in einem Territorium des äquatorialen Afrikas nahe am Viktoria-See. Der britische Vorschlag zielte nicht nur darauf ab, eine fruchtbringende Auswanderung nach einer Provinz des Reiches zu lenken, fondern auch darauf, das Eindringen der armseligen Hebräer, welche — auf der Flucht aus Russland oder Rumänien — in London oder New York das Leben und die Freiheit suchten, zu hemmen. Aber, wenn auch die zionistische Bewegung ihre Hauptkraft aus einer ökonomischen Notwendigkeit herleitet, so beabsichtigt sie doch auch, die zerstreuten Glieder des hebräischen Volkes in seinem alten, verheissenen Lande unter der Herrschaft seines alten, melancholischen Gottes zu vereinigen: ein verzeihliches religiöses Streben für eine seit so vielen Jahrhunderten mit Füssen getretene und zum Gespött gemachte Rasse. Daher kam es, dass der Gedanke, das hebräische Proletariat nach einer Kolonie des äquatorialen Afrikas zu leiten, viele heftige Gegner fand, und grade die Allerbedrücktesten und Armseligsten waren es, die den von England angebotenen Zufluchtsort nicht annehmen wollten, selbst nicht als ein Provisorium und in Erwartung besserer Zeiten, weil er sie von dem Wege nach Jerusalem ablenkte. Die Opposition behauptete: „Man müsse die jüdische Einwanderung nach der Stadt El-Arisch, welche den Grenzen Palästinas so nahe liegt, lenken" und beschuldigte das Aktions-Komitee, sich nicht ernstlich genug mit diesem Vorschlage befasst und ihn ohne genügende Studien fallen gelassen zu haben. Das Komitee rechtfertigte sich dem gegenüber, indem es ausführte, „dass es von der ägyptischen Regierung eine günstige Entscheidung bezüglich des Entwurfes der Gewährung einer Charter auf einen Landstrich des Gebietes der Sinai-Halbinsel empfangen habe. Aber nachdem eine zionistische Kommission die Gegend unter-