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Altneuland · 1905-01-01 · Heft 1 (Januar 1905) · p. Seite 26

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Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 1 (Januar 1905)
Article
Landwirtschaftliche Chronik der jüdischen Kolonien in Palästina
Date
1905-01-01
Page
Seite 26 (sequence 3)
Language
German
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— 26 — ■ völkerung. Man hat einige Röhren des Virus Danysz kommen lassen, die nicht einmal gebraucht wurden. Auch die sonst in anderen Ländern gebräuchlichen Giftmittel, wie Arsenik, Brechnuss usw. gelangen hier nicht zur Anwendung. Derselbe Mangel an Einsicht ist auch in bezug auf die Bekämpfung der Heuschrecken zu befürchten, deren Verheerungen im vorigen Jahre nicht so allgemein gewesen waren, die aber natürlicherweise sich verbreiten können. Wir halten daher den eingehenden Artikel über die Bekämpfung der Heuschrecken, der in dieser Zeitschrift, Heft 10—11 1904 veröffentlicht vwurde, für sehr zeitgemäss und glauben, dass seine Vervielfältigung für den Gebrauch der Kolonien zweckmässig sein würde. Die Pflanzungen finden in einigen Kolonien immer mehr Eingang, und es wäre zu wünschen, dass sie sich in allen Kolonien weiter ausbreiteten. In Judäa vergrössern sich von Tag zu Tag die mit Mandelbäumen bepflanzten Flächen, zum Teil auch die Weinberge. Merkwürdigerweise fährt man dort aber fort, europäische Weinreben zu pflanzen, die gegen die Prrylloxera nicht widerstandsfähig sind. Besonders in Zichron-Jacob und Hedera werden Weinreben gepflanzt und zwar nur amerikanische. Diese Pflanzungen werden ohne jegliche Unterstützung seitens der J. C. A. oder anderer gemacht, ja sogar gegen den AVillen der J. C. A. Weit davon entfernt, zu begreifen, was für ein glückliches Symptom es ist, dass die Kolonisten ihre Ersparnisse und ihre Arbeit auf die Verbesserung und Bepflanzung des Bodens anwenden, und anstatt sie hierin zu ermutigen, setzt sich die J. C. A. diesem entgegen, durch die wenig begründete Furcht getrieben, keinen Absatz für das Produkt der 20 — 30 ha Weinberge finden zu können, die man gegenwärtig in Zichron zu bepflanzen gedenkt. Und doch werden die Kolonisten gerade durch Pflanzungen endgültig an den Boden gefesselt. In den Kolonien der Umgebung von Tiberias scheint man auch eingesehen zu haben, dass es ein Fehler sei, sich ausschliesslich auf den Feldbau zu beschränken, und man denkt ernstlich daran, auch dort etwas Weinberge anzulegen. Die Administration wäre geneigt, die Pflanzen zu liefern, wenn die Kolonisten alle anderen Arbeiten verrichten würden. Das ist ein System, dem volle Anerkennung gezollt werden müsste, und wir können nur wünschen, dass dasselbe in grossem Massstabe angewendet und verbreitet werden möge. (Fortsetzung folgt.) DIE MISSION IN PALAESTINA. Die Evangelisationsarbeit im heiligen Lande. Ueber die Evangelisationsarbeit im heiligen Lande schreibt die Allgemeine Zeitung in Chemnitz: Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts spricht man von einer deutschevangelischen Mission im heiligen Lande. Der Begründer derselben war der fromme König Friedrich Wilhelm IV., wie ja überhaupt die Hohenzollern allezeit eine besondere Liebe zum heiligen Lande betätigt haben. Schon um das Jahr 1340 pilgerte ein Hohenzollernfürst nach Jerusalem, Alb recht der Schöne, Burggraf von Nürnberg, und 1433 nahmen den Pilgerstab Markgraf Johann nebst seinem Bruder Alb recht, dem nachmaligen Kurfürsten von Brandenburg, wegen seiner Tapferkeit und Ritteilichkeit allgemein „Achilles" genannt. Diesen sind noch manche Hohenzollern nach dem^heiligen Lande gefolgt. Weit bedeutsamer als diese

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