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Altneuland · 1905-01-01 · Heft 1 (Januar 1905) · p. Seite 20

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Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 1 (Januar 1905)
Article
Die Fruchtbarkeit Palästinas [Nachricht]
Date
1905-01-01
Page
Seite 20 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 20 — „keineswegs ein, dass eine Massenansiedelung der Juden in Palästina den trostlosen Zustand des jüdischen Proletariates im Osten zu sanieren vermöchte. Wie leicht könnten so die armen Juden aus der Skylla in die Charybdis geraten. Gewiss, er könne und wolle sich nicht der Anschauung verschliessen, dass der Not der östlichen Juden gesteuert werden sollte — und zunächst von jüdischer Seite —, aber noch immer sei er der Meinung, dass ihnen trotz der bisherigen Misserfolge durch Kolonisierung in Argentinien eher Heil erwachsen könne als durch den mehr von sentimentaler Romantik und keineswegs von praktischen Erwägungen geleiteten Ausblick nach den Gestaden des Toten Meeres". Hoffentlich wird der Reichskanzler bei einer etwaigen zweiten Reise nach Palästina nicht versäumen, wenn auch nicht die jüdischen, so doch die deutschen Templer-Kolonien etwas gründlicher zu inspizieren. Auch die Konsularberichte könnten ihn schon eines Besseren belehren, da man ja nicht erwarten kann, dass unsere Zeitschrift zu ihm dringt; meldet doch der englische Konsul Dickson in Jerusalem in seinem Bericht für das Jahr 1903 einen stetigen Fortschritt im Handel und eine Steigerung des Exports von über 58 % gegenüber dem Vorjahr, woran vor allem Orangen, Wein, Olivenöl und daraus bereitete Seife, Wolle und Getreide beteiligt sind, also lauter landwirtschaftliche Produkte. Endlich wird auch ein Blick auf die Ausfuhrstatistik den deutschen Reichskanzler darüber belehren, dass der, wie gesagt, lediglich landwirtschaftliche Export Palästinas die Ausfuhr selbst der allerwichtigsten unter den deutschen Kolonien übertrifft, obgleich einige der letzteren das kleine Ländchen Palästina um das 20—30fache an Grösse übertreffen. Ferner berichtet der österreichische Generalkonsul in Jerusalem für das Jahr 1903 wie folgt: „Palästina ist im allgemeinen ein sehr fruchtbarer, wenn auch in seinen gebirgigen Teilen nicht ohne Mühe zu bearbeitender Boden, welcher im Durchschnitte mehr produziert, als die Bevölkerung verbraucht, trotz der denkbar primitivsten Bewirtschaftung. Halbwegs rationell arbeiten nur die deutschen und die jüdischen Ackerbaukolonien in der Umgebung von Jaffa. Angebaut wird in erster Linie Gerste, ferner Mais, Weizen und Sesam. Der Oelbaum wird allenthalben kultiviert, und die Orangenbaumzucht ist eine bestreiiommierte Spezialität von Jaffa und Umgebung."1) Eine neue Eisenbahn in Syrien. Wie französische Blätter melden, sind die Verhandlungen des bekannten von der französischen Diplomatie kräftig unterstützten Eisenbahnunternehmers Graf Vitalis in Konstantinopel betreffs der französischen syrischen Bahnen insoweit von Erfolg gekrönt, als die Pforte den Bau der Eisenbahn von Hamä nach Aleppo genehmigt hat. Obgleich die Länge dieser neuen Linie nur 80 englische Meilen beträgt, so ist der Bau dieser Strecke doch von grosser Wichtigkeit, da sie eine Fortsetzung der Linie Rayak—Hama darstellt, und somit Aleppo über Rayak mit Beirut verbindet; hierdurch wird also eine sehr fruchtbare und gewerbreiche *) Vergl. ferner noch den deutschen Konsiliarbericht für Haifa, Altneuland 1904, S. 308 fi. sowie den S. 349 abgedruckten Bericht des deutschen Konsulates in Beiruth über die Hedschasbahn bezüglich der Produktionsfähigkeit des Transjordangebietes. Auch der Artikel von Prof. Dr. O.W ar barg über Palästina als Kolonisationsgebiet (Altneuland, 1904, S. 5—8 und 11), ebenso der Artikel des Pfarrers Möller, enthält viele auf die Fruchtbarkeit Palästinas bezügliche Angaben über Galiläa, die in unserer No. 12, 1904, wiedergegeben sind. Ueber die gleichfalls hervorragende Fruchtbarkeit des südlichen Judäa, des l andes der Philister, werden wir demnächst Mitteilungen aus der Feder eines Sachverständigen bringen. D. Red.

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