Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1905)
- Article
- Bezalel
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 13 — Kunsthandwerks in Palästina, mit Olivenschnitzereien gewöhnlichster Art, getrockneten und aufgeklebten Blumen und der^ gleichen behelfen mussten? Dazu kommt die fast unbegrenzte Exportmöglichkeit, da kunstgewerbliche Gegenstände aus Palästina zweifellos zur Ausschmückung von Synagogen und Kirchen, sowie auf Friedhöfen mit Vorliebe verwandt werden dürften. Andererseits wird es auch nicht allzu schwer fallen, einen der Gegend und Geschichte angepassten Kunststil zu entwickeln; gibt es doch in der jüdischen, christlichen und muhammedanischen Tradition, sowie in den durch die neueren Ausgrabungen alter Synagogen, Kirchen und Moscheen entdeckten teilweise geradezu herrlichen Motiven Anregungen und Vorbilder in Hülle und Fülle, die nur darauf warten, gesichtet und bearbeitet zu werden, um passende Verwendung im Kunstgewerbe finden zu können! II. Spezielle Leitsätze. A. Die Erziehung. Für die Erziehung zu einer künstlerisch-wertvollen und dabei zweckdienlichen Hausindustrie sind die Grundlinien bereits gezogen. In den meisten Ländern hat die Regierung die Initiative ergriffen und, ohne in die Verhältnisse der Produzenten allzu energisch einzugreifen, doch die Richtung der Produktion bestimmt. So entstanden die Museen für Kunstgewerbe; so wurden Vortragszyklen veranstaltet, in denen an den klassischen Vorbildern der Sinn für künstlerische Form herangebildet und zu freier Entfaltung entwickelt wurde. In erster Reihe aber hat man es sich angelegen sein lassen, durch eigens eingerichtete Handwerk- und Gewerbeschulen den Interessenten nicht nur die speziellen Fachkenntnisse, sondern auch das Verständnis für die persönliche Note ihrer Produkte beizubringen. Bei uns Juden muss an Stelle der Regierungen ein Kreis von Männern richtunggebend eintreten, die sich den klaren Blick für die vorliegenden Verhältnisse bewahrt haben und den ehrlichen Willen besitzen, die Not zu überwinden. Ihre Arbeit muss dahin zielen, die bisher zum Teil zwangsweise untätige und unwirtschaftlich schaffende jüdische Bevölkerung zu einer rationellen Verwertung ihrer Kräfte zu bringen. Für unser Ziel käme also in Betracht