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Altneuland · 1905-01-01 · Heft 1 (Januar 1905) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 1 (Januar 1905)
Article
Bezalel
Date
1905-01-01
Page
Seite 12 (sequence 2)
Language
German
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— 12 — Allein so überaus wichtig die Förderung der landwirtschaftlichen Kolonisation ist, die Schwierigkeit bleibt bestehen, dass im gegebenen Augenblick die obwaltenden Verhältnisse mannigfachster Art eine grossangelegte Siegelung, welche allein imstande wäre, für die Gesundung der jüdischen Bevölkerungentscheidend wirksam zu werden, nicht gestatten. Indessen wäre schon jetzt eine grosse Aktion durchführbar, ohne dass dadurch die kolonisatorische Tätigkeit zu leiden hätte, wenn es gelänge, in Palästina schnelle und leichte Erwerbsmöglichkeiten für viele Tausende durch die Einführung von Hausindustrien zu schaffen. Kann schon durch die handwerksmässige Hausindustrie, die nur manuelle Geschicklichkeit, Uebung" und Ausdauer erfordert, vieles erreicht werden — wie die vom „Hilfsverein der deutschen Juden" in Galizien erzielten Erfolge beweisen — so eignet sich Palästina aus lokalen Gründen ganz besonders zur Entwicklung eines p alästinensischen Kunsthandwerkes, eines Gewerbes, das nicht nur besser bezahlt wird als die handwerksmässige Hausindustrie, sondern zu dem auch gerade die intelligente Bevölkerung mehr Neigung verspürt. Leben wir doch auch in einer Zeit, in der allseits wieder der Sinn für die künstlerisch-individuelle Form geweckt wird! Ist die Fabriktechnik im Begriff, das Handwerk zu erschlagen, so hat sie andererseits das Kunsthandwerk wieder lebendig gemacht. Hier vor allem müsste eingesetzt werden: man sollte durch eine planmässige Erziehung der in Betracht kommenden Personen ihren Produkten einen höheren Wert geben und sie somit auch auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig machen. Und welches Land ist geeigneter als Palästina, das Zentrum eines umfassenden Kunsthandwerkes zu werden, jenes Land, zu dem drei grosse Religionen, mehr als die Hälfte der Menschheit umfassend, hinblicken, zu dem jährlich in steigendem Masse Pilger und Reisende aus aller Herren Länder hinwandern, nicht nur wie früher, arme russische Bauern, sondern jetzt auch Tausende von süddeutschen Pilgern, sowie grosse englische und amerikanische Reisegesellschaften, meistens Leute, die sowohl in der Lage, als auch willens sind, künstlerische Andenken für sich und ihre Freunde von~ den heiligen Stätten mitzunehmen, während sie sich bisher in Ermangelung eines

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