Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1905)
- Article
- Zum neuen Jahre
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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— . 6 — den Eindruck einer gut geleiteten Wirtschaft, die ein reiches Inventar, gute Gebäude, rein gehaltene Felder besitzt. Die verschiedenen Zweige der Landwirtschaft sind berücksichtigt worden. Die Farm beginnt jetzt Pferde- und Maultierzucht, sowie Schaf- und Rinderzucht zu betreiben, sie legt Oliven- und Weinpflanzungen an, letztere zur Erzeugung der Rosinen von Salt, auf deren Einführung in unsere Kolonien wir schon vor mehreren Jahren aufmerksam gemacht hatten. Die Farm von Sedschera beschäftigt ausschliesslich jüdische Arbeiter, ca. 50 an der Zahl, und trotz .dieses, die Wirtschaft bedeutend verteuernden Umstandes wird das jährliche Defizit von Jahr zu Jahr geringer. Man darf mit einiger Sicherheit annehmen, dass sie nach wenigen Jahren auch schon materielle Erfolge zu verzeichnen haben wird. Eine grosse Bedeutung hat Sedschera speziell in der Arbeiterfrage. Der grösste Teil der jüdischen Arbeiter in Palästina findet hier Beschäftigung und Ausbildung. Die im letzten Jahre hier häufiger ankommenden Einwanderer wenden sich zu allererst nach Sedschera, wo sie bei vorhandenem Bedarf als Arbeiter aufgenommen werden. Auch ist es kennzeichnend, dass man gegenwärtig in Sedschera acht absolvierte Schüler von Mikweh-lsrael als Arbeiter findet. Es ist erfreulich, dass wenigstens ein Teil der Zöglinge von Mikweh-lsrael im Lande als Arbeiter und nicht als Aufseher und Agronomen verbleiben. Wir können wohl sagen, dass die Entstehung von weiteren Farmen hier in Palästina von Nutzen sein würde. Die Gründung einer Farm auf Grund des Kischinewer Waisenfonds durch unseren Nationalfonds erscheint damit nicht als ein notwendiges Uebel, sondern ist ein aussichtsvolles Unternehmen, welches dem Lande grossen Nutzen bringen wfrd. Dass wir bei der Gründung der Farm den Erfahrungen von Sedschera Rechnung tragen werden, braucht wohl nicht speziell gesagt zu werden. 4. Die innere Organisation der Kolonien. Die judäischen Kolonien, die von lange her schon einen selbständigeren Einschlag besassen, zeigen in bezug auf die innere Organisation ihrer Angelegenheiten mehr Initiative als die anderen Kolonien. Die Orangenpflanzer von Judäa, in erster Linie die rjumerisch stärkeren von Pethach-Thikwah, haben ihre Verkaufs-Genossenschaft „Pardess". die im vergangenen Jahre ein verhältnismässig gutes Geschäft gemacht hatte. Mit Vergnügen erfahren wir, dass