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Altneuland · 1904-12-01 · Heft 12 (Dezember 1904) · p. Seite 374

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 12 (Dezember 1904)
Article
Die Gewinnbeteiligung im landwirtschaftlichen Betriebe [Betrieb]
Date
1904-12-01
Page
Seite 374 (sequence 10)
Language
German
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— 374 — Es sind nur wenige Versuche, über die wir berichten konnten, und dennoch sind sie genügend, um uns zu der schweren Aufgabe Mut zu machen, die uns gestellt ist. Die Gewinnbeteiligung der Arbeiter, wenn mit den Gesetzen der menschlichen Psychologie rechnend, ist ein sicheres Mittel, um den Ertrag eines beliebigen Ackerbetriebes sehr bedeutend zu steigern, so bedeutend, dass selbst schwache und ungeübte Arbeiter, wenn sie nur guten Willen mitbringen, so lange erträglich leben können, bis sie mit wachsender Kraft und Uebung behaglich leben können. Die zionistische Kolonisation kann um so eher darauf rechnen, mit ihren Gewinnbeteiligungs-Betrieben Erfolge zu erzielen, weil sie sich von allen vorhergegangenen durch zwei Bedingungen sehr wesentlich unterscheidet. Sie wird den höchsten Bonus gewähren, der jemals gezahlt worden ist, mindestens 75% des nach massiger Verzinsung des investierten Kapitals (ohne Gewinnaufschlag) verbleibenden Reingewinns; und sie wird ierner das mächtigste Motiv für Fleiss und Sorgfalt in ihren Arbeitergenossen erwecken, indem sie ihnen die Gewissheit gibt, Eigentümer der von ihnen bestellten Scholle zu werden. Wenn schon die blosse, mässige Gewinnbeteiligung so günstige Ergebnisse zeitigte, so ist von unserer, fast zur „Gewinnverteilung" gewordenen Gewinnbeteiligung, die nur Zwischenstufe, Uebergang zum Eigenbesitz ist, das Grösste zu erwarten. Nur einen solchen Betrieb weist die Wirtschaftsgeschichte auf, Rahaline in Irland. Was hier die Kraft des Eigeninteresses wirtschaftlich und sittlich geleistet hat, klingt wie das Märchen, das ein weltfremder Utopist am Kaminfeuer ersinnt, und ist doch Wahrheit, freilich eine Wahrheit, die unsere kurzsichtigen Skeptiker der Gesellschaftswissenschaft nie in ihr System einordnen können. Davon ein anderes Mal! PALAESTINA UND NACHBARGEBIETE. Ueber die Ethrogzucht in Palästina findet sich in dem Jüdischen Volksblatt in Wien vom 23. Sept. folgender Bericht Ben Abi's aus Jerusalem: Die Ethrogzucht liegt leider noch fast ausschliesslich in Händen der Araber, welche sich durchwegs durch die Kultur dieses jüdischen Ritualartikels bereichert haben. Gegenwärtig gibt es im ganzen zwei grössere jüdische Ethroganlagen, die eine ist Eigentum des Kolonisten Benjamin Fein in Rischon-le-Zion, während die zweite eine Art Produktivgenossenschaft der Kolonisten von Pethach-

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