Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1904)
- Article
- Die Mühlenindustrie in Palästina
- Date
- 1904-12-01
- Page
- Seite 361 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 361 — kosten nicht in Rechnung zu ziehen, da es hauptsächlich nur in den schon vorhandenen Mahlmühlen als Nebenfabrikation in Betracht kommen kann, die einen Ueberschuss an Kraft besitzen oder die Graupen in der arbeitslosen Zeit verarbeiten. Bei den erwähnten kleinen Anlagekosten kann man jedoch sehr hohe Dividenden erzielen, wie die nächste Kalkulation beweist. Dabei wird es aber rationell sein (um grösseren Absatz zu haben), die Preise um 30% niedriger anzusetzen, d. h. die 100 kg Graupen mit ca. 18 Frcs. statt 28 Frcs. zu berechnen. Der tägliche Gewinn bei der Verarbeitung von einer Tonne Gerste stellt sich wie folgt: 1000 kg Gerste zum Preise von 9,50 Frcs. per dz............95,— Frcs. Petroleum 7 PS. X 0,5 1-PS. X 10 Stdn. 35 1 1 Kiste...... 6 — „ Schmiermaterial resp. Abnutzung des Steines, der Bleche und Amortisation .... 2,50 ,, 1 Müllergehilfe......... 1,50 Summa der Ausgaben 105,— Frcs. Die Einkünfte sind: für 400 kg Graupen ä 18 Frcs. pro dz . 72,— Frcs. „ 200 „ Mehl und 400 kg Kleie ä 9,50 Francs pro dz . ........57,— Summa der Einkünfte 129,— Frcs. Die Ausgaben sind . 105,— Somit ist der Reingewinn pro Tag 24,— Frcs. "Was bei den kleinen Anlagekosten die ganze Einrichtung in 95 Tagen bezahlen würde. Mit dem Sinken der Preise wird der Absatz ohne Zweifel steigen, und wenn der Fellache sich überzeugen wird, dass er bei Verwendung von 3,40 Frcs. in bar ca. 40 kg Graupen erhält, die ihm die gleiche Reismenge, für die er 40X28 Piast. 11,20 Frcs., d. h. 3Y3mal mehr in bar zu zahlen hat, vertreten kann, so wird er ohne Zweifel sich daran gewöhnen, und man kann fast sicher behaupten, dass die Perlgraupen dem Reis in kurzer Zeit eine grosse Konkurrenz machen werden. Zum Versuch wird von mir in kurzem ein Graupenholländer nach der Mühle zu K. befördert, und es scheint sicher zu sein, dass dieser Industriezweig eine Zukunft in Palästina hat und sich ausserdem einen grossen Markt mit der Zeit im ganzen Orient erwerben wird. (Fortsetzung folgt.)