Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- Die Hedschasbahn (Chemin de fer Hamidié du Hedjaz) [Nachricht]
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 350 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Beirut 1× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
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— 350 — der Hedschasbahnverwaltung ausgebessert wird; bei Katrane, km 326, ein gut erhaltenes Reservoir von 36 000 cbm aus arabischer Zeit, 5 km nördlich von el-Hassa ein grosses gemauertes Reservoir; ferner bei Anese, km 423, ein kleines Reservoir von 3000 cbm und eine Stunde davon ein anderes von 8000 cbm Inhalt, beide wohl erb alten. Die Bevölkerung längs der Bahn verhält sich bis auf 250 km, von Damaskus aus gerechnet, dem Unternehmen gegenüber freundlich, darüber hinaus gleichgültig; eine etwa vorhandene persönliche Abneigung dürfte, dem Charakter der Bevölkerung entsprechend, bald der Macht des finanziellen Interesses weichen. Es steht zu hoffen, dass, wenn die Regierung fortfährt, die mohammedamischen Auswanderer des Kaukasus und Ostrumeliens längs der Bahn anzusiedeln, man dem Lande reiche Erträgnisse entlocken und gleichzeitig der Bahn ansehnliche Transporte zuführen wird. In letzter Zeit hat eine englische Gesellschaft die Konzession zur Ausbeutung sehr reicher, schon vor zehn Jahren von einem deutschen Geologen auf der Hochebene des Ostjordanlandes, zwischen es-Salt und Amman entdeckter Phosphatlager erlangt. Nach den Aeusserungen der Ingenieure dieser Gruppe rechnet man auf einen Transport von rund 75 000 Tonnen jährlich, sobald der Anschluss nach Haifa hergestellt sein wird. Ferner lässt häufiges Vorkommen von stark bituminösem. Kalk und von Asphalt darauf schliessen, dass man Petroleum würde anbohren können. Natürlich müsste die Aufschliessung solcher mineralischer Lager durch fremde Gesellschaften geschehen, da die eigene Initiative der Türken nicht ausreichend ist, um die recht kostspieligen Sondagen zu wagen. (Nach einem Bericht des Kaiserlichen Konsulats in Beirut.) Die Kieler Ztg. schreibt zur Eröffnung der Bahn: Der Thronbesteigungstäg Abdul Hamids, auf den diesmal vom Tode Murads ein Schatten fiel, wird andererseits durch ein religiös-politisches Verkehrsereignis von nicht allein für die Türkei, sondern für die ganze islamitische Welt nicht zu unterschätzender Tragweite angemerkt: die Eröffnung der Mekkabahn, zu welcher der Sultan eine zwanzigköpfige SonderabOrdnung unter Turkhan Paschas Führung nach Damaskus entsendet hat. Mit der einstigen Vollendung dieser Bahn werden die Wallfahrtsverhältnisse des vorderasiatischen Islam eine völlige Umgestaltungerfahren. Die Mühsal der 14 tägigen Wanderung von Damaskus nach Mekka, welche der offizielle Hadsch bis jetzt unter unsäglichen Strapazen, Entbehrungen und vielfachen Gefahren im Raubgebiet der freien Wüstenstämme zu erleiden hatte, wird sich eines Tages in eine, wenn auch nicht ganz gefahrlose, so doch ganz erträgliche Bahnfahrt verwandeln. Mit der Zeit wird es vielleicht sogar für bemittelte .Gottespilger einen Hadsch-Express geben. Freilich hat es damit noch gute Wege, und die Abfindungssummen für die Wüstenstämme dürften im Bau- und Betriebskapital der Hedschasbahn einen ansehnlichen permanenten Posten bilden. Doch diese Opfer werden dadurch wettgemacht, dass jeder Kilometer Schienenweg durch Arabien eine Befestigung der Herrschaft des Sultans in Gebieten bedeutet, wo bisher nur spärliche Garnisonen in weit zerstreuten Forts und speziell in den „Wasserschlössern" der Pilgerstrasse daran erinnerten, dass die Türken da etwas zu befehlen haben. Dies hat Abdul Hamid richtig erfasst. Daher das grosse, werktätige Interesse, welches er diesem Bahnprojekt sofort entgegenbrachte. Er trat an die Spitze des Unternehmens als Ehrenpräsident der „hohen", im Yildiz tagenden Hedschasbahn-