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Altneuland · 1904-11-01 · Heft 11 (November 1904) · p. Seite 338

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 11 (November 1904)
Article
Deutsche Pilgerzüge in Palästina [Nachricht]
Date
1904-11-01
Page
Seite 338 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 338 — Einfluss in Palästina ist hingegen bisher trotz der deutschen Palästinabank und der württembergischen Templerkolonien ein sehr geringer, und die Pilger haben nach der Württembergischen Postzeitung die Beobachtung gemacht, „dass der Deutsche im heiligen Land herzlich wenig gilt, dass man dafür überall auf das Franzosentum in Sprache und Anschauung stösst". Auch der Besuch des Deutschen Kaisers habe nur vorübergehende Folgen gezeitigt; überall fanden die'Pilger, dass das französische Protektorat kein leeres Wort ist. „Kuiz: der deutsche Einflass ist minimal, und die Deutschen sollten — wie ein Palästinafahrer als ceterum censeo immer wieder behauptet — alle nach Palästina wallfahren oder wenigstens dort Schulen gründen helfen, damit der deutsche Name in die Höhe kommt." JUEDISCHE KOLONIEN. Die Kolonien in Palästina nach dem Bericht der Jewish Colonization Association für das Jahr 1903. Die der Jewish Colonization Association in Palästina direkt oder indirekt unterstehenden Kolonien haben sich zwar an Zahl in dem Berichtsjahre nicht vermehrt, hingegen hat die Verwaltung sich um die Ausgestaltung und Sanierung der bestehenden Kolonien bemüht und auch grosse Terrains bei Tiberias und Delaika hinzugekauft, wodurch sie dort in den Besitz von 20 000 Dunam gelangt ist, und zwar von einem Boden, der zu dem besseren jener Gegend gehört. Die Bildung neuer Kolonisationszentren wird offenbar nicht geplant und demnach scheinen auch Neugründungen von Kolonien in Palästina nach Beendigung der Sanierung der bestehenden seitens der Jewish Colonization Association für die nächsten Jahre nicht beabsichtigt zu sein. Die neugekauften Terrains von Loubieb, Chemsin und Bedjen werden ebenso wie Teile von Sedjera und Atlit*) an jüdische Pächter verpachtet, wozu die besseren unter den jüngeren Arbeitern bestimmt werden. Auch wir können uns der Ansicht nicht verschliessen, dass eine intensive Durchbildung der bestehenden Kolonien wichtiger ist, als die Gründung neuer Ansiedelungen auf schwankender Grundlage. Die Jewish Colonization Association unterscheidet in ihrem Bericht zwei Gruppen von Kolonien, solche, die sie aus eigenen Mitteln unterstützt resp. bewirtschaftet, und solche, die Baron Edmund Rothschild ehemals angelegt oder unterstützt hatte, und die jetzt von einer besonderen Kommission der Jewish Colonization Association, der auch Baron Rothschild angehört, verwaltet werden. Zu der ersten Gruppe gehört Waad el Hanine, Ghedera (Katra), Rechowoth, Hedera, Mischmar-Hajarden und die Farm Sedjera, 'sowie auch Artouff; die zweite Gruppe umfasst Rischon-le-Zion, Maskereth, Bathia, Pethach-Thikwah. Sichron-Jacob, Mesha, Yamma-Delaika, Abedieh-Mellamieh, Rosch-Pinah, Jessod-Hamaalah, Metoule, d. h. Dörfer mit einer jüdischen Gesamtbevölkerung von 4700 Seelen. Da wir durch unseren Berichterstatter meist schon neuere Daten über die einzelnen Kolonien besitzen, so lohnt es sich nicht, die vielen Einzelheiten, die der Bericht bringt, hier anzuführen, interessant ist es aber, die Seelenzahl der einzelnen Kolonien, wie sie der Bericht mitteilt, mit der Uebersicbt zu ver- ") In Atlit erhält jeder Pächter einen Feddan (12 ha) sowie 1000 Frcs. Vorschnss für das Material; die jährliche Pacht beträgt 100 Frcs. und der Pachtvertrag ist jährlich lösbar.

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