Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- Die Wanderheuschrecke und deren Vernichtung
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 330 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 330 — treiben lassen) in solche Anhäufungen von brennbarem Gestrüpp, Astwerk, Stroh usw. hineintreibt und dann damit verbrennt. Eine andere Methode ist in Südafrika erprobt und am besten verwendbar in den warmen Nächten, wo die anderen Methoden meist versagen, weil die Heuschrecken dann zu rege sind und zu wenig gesammelt sitzen. Man nimmt grüne Stöcke, umwickelt das eine Ende mit gut brennbarem Stoff, bindet diesen sorgfältig mit dünnem Draht fest und tränkt dann den Bausch mit Petroleum (oder Teer oder dgl.). Dann begibt man sich an eine zuvor erkundete Schlafstelle der Heuschrecken, entzündet eine solche Fackel, stösst sie in den dicksten Haufen und dreht sie dort nach allen Seiten herum. Von Zeit zu Zeit hebt man sie einen Fuss an und drückt sie dann wieder gut in die toten und sterbenden ein. Die Heuschrecken springen von drei bis vier Meter Entfernung auf die Flamme zu. Ist alles in der Nähe vernichtet, so geht man weiter und wiederholt an einer andern Stelle des Zuges das Spiel. Handelt es sich um einen sehr grossen Zug, so können von vornherein mehrere Leute, jeder mit einer solchen Fackel, arbeiten. Sie müssen aber so weit auseinander bleiben, dass die Lichtkreise der Fackeln nicht ineinanderfallen* weil das die Heuschrecken verwirrt und sie nicht mehr geblendet in die nächste Fackel springen. Man darf sich bei diesem Verfahren nicht übereilen, sondern muss sorgfältig alle in seinem Bereich befindlichen Tiere verbrennen; die übrig gebliebenen sammeln sich in der Nähe der Toten zu einem neuen Schwärm und können dann in der nächsten Nacht vernichtet werden. Um die Heuschrecken auf grösseren Flächen zu verbrennen, sind in Amerika vielfach fahrbare lange Kastenroste mit Deckel in Gebrauch, die mit einem, gute Hitze.- gebenden Brennstoff gefüllt und etwa in 5 cm Entfernung über den 'Boden über den Heuschreckenzug hin bewegt werden. Ein solcher Apparat soll mit einem Gespann 4—4,8 Hektar den Tag über befahren können und dabei ein Drittel der Heuschrecken vernichten, ohne der Saat zu schaden. (?) Ein Mittelding zwischen mechanischer Vernichtung und Vergiftung ist in Amerika viel in Gebrauch (hopperdozers): Mit Petroleum gefüllte Fangapparate werden so niedrig über den Heuschreckenzug gefahren, dass die Kerfe in den Petroleumbehälter hineinspringen. Es sind im wesentlichen flache eiserne, lange Tröge, „Pfannen", die auf Kufen oder Räder gesetzt werden. Der Vorderrand muss niedrig sein, nur etwa 2,5—4 cm