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Altneuland · 1904-11-01 · Heft 11 (November 1904) · p. Seite 328

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 11 (November 1904)
Article
Die Wanderheuschrecke und deren Vernichtung
Date
1904-11-01
Page
Seite 328 (sequence 3)
Language
German
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— 328 — wie Schirme, einzeln oder in Verbindung miteinander, lassen sich übrigens auch zum Schutze besonders wertvoller Kulturen gegen heranziehende Hupferheere verwenden.) An den Schirmen und in den Gräben sammeln sich die Heuschrecken dann in grossen Massen, können nicht so schnell entkommen und deshalb leicht in der einen oder der anderen Weise vernichtet werden. Sie biegen aber schnell nach der Seite ab, wenn sie geradeaus nicht weiter können, deshalb dürfen Gräben und Schirme nicht zu kurz angelegt werden. In den Gräben kann man sie auch durch einfaches Zuschütten vernichten; der Boden über ihnen ist aber sehr reichlich aufzugeben und recht fest zu stampfen, sonst wühlen sie sich wieder heraus. Wenn eine Möglichkeit ist, die Heuschrecken zu verwerten — sie stellen nämlich ein vorzügliches Kraftfutter für Geflügel und Haustiere dar, wenn sie getrocknet sind — und die nötigen Arbeitskräfte und Geräte zur Verfügung stehen, können sie auch gefangen werden, entweder frei im Feld oder, nachdem sie in Gruben und Gräben getrieben worden sind. Das Verfahren ist keineswegs so unwirksam, wie es scheinen könnte, sogar bei geflügelten, und wird von vielen Negerstämmen mit so ausgezeichnetem Erfolg angewendet, dass sie oft Wagenladungen voll davon heim-, bringen (die Barolongs z. B. verfahren so; sie schätzen die Heuschrecken als Delikatesse). Vorbedingung ist nur, dass man kühle Tage und von diesen die kühlsten Morgenstunden wählt, wo die Heuschrecken von Nachtkälte und Tau noch starr und benommen sind und in dicken Klumpen zusammensitzen. Handelt es sich übrigens um grössere Flächen, die mit Heuschrecken besetzt, sind, so verwendet man unter Umständen an Stelle der Handarbeit vorteilhaft allerhand Geräte: Straucheggen oder grosse, am besten dornige, mit Steinen beschwerte Büsche, Walzen und dgl., die von Spannvieh gezogen werden, am besten in der Mehrzahl, und zwar staffeiförmig hintereinander angeordnet zur Anwendung kommen und in immer enger werdender Spirale die Heuschrecken einkreisen und vernichten. Zum Fangen sind gleichfalls Geräte konstruiert, fahrbare Strauchbesen, die sich mit den Rädern drehen und die. Heuschrecken in einen grossen, am Gerät angebrachten Sack htneinfegen (siehe die Abbildungen auf der nächsten Seite). Ein anderes, unter Umständen recht wirksames Mittel ist Verbrennen. Das einfachste und natürlichste Verfahren hierbei ist, trockenes Gras oder Kräutich und dergl., in dem sich Heu-

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