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Altneuland · 1904-11-01 · Heft 11 (November 1904) · p. Seite 327

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 11 (November 1904)
Article
Die Wanderheuschrecke und deren Vernichtung
Date
1904-11-01
Page
Seite 327 (sequence 2)
Language
German
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— 327 — noch klein und wenig schädlich ist, und die Massnahmen zu einer Tageszeit und bei einer Witterung anwenden, wo man ihn dicht zusammengedrängt findet, und wo das einzelne Verfahren am wirksamsten ist. Im wesentlichen kann man unterscheiden: mechanische Vernichtung, Vernichtung durch Feuer, Vernichtung durch Chemikalien und schliesslich eine solche durch Einimpfung krankmachender Pilze. Die mechanische Vernichtung kann man auf Weiden durch Gross- oder Kleinviehheerden besorgen lassen, die in den ersten Morgenstunden kühler Tage schnell im Kreise über die Hupf er — unter Umständen auch die geflügelten —- herum gejagt werden. Sehr wirksam ist auch das Erschlagen mit zähen, biegsamen Zweigen oder zu diesem Zwecke angefertigter Geissein mit Riemen- oder Drahtsträngen; selbstverständlich werden die Heuschrecken dabei am besten eingekreist, und am wirksamsten und am wenigsten kostspielig sind diese Verfahren, wenn die Hupfer noch ganz klein sind. Für diese, wie alle übrigen Verfahren ist zu merken, dass die an dem ersten Tage der Vernichtung entkommenen Hupfer sich binnen 24 Stunden in der Nähe der alten Stelle wieder zu einem Trupp sammeln, dass also stets am nächsten Tage nachzusehen ist, o.b dies geschehen ist, um dann auch noch den Rest aufreiben zu können. In Kulturen sind diese- Verfahren nicht anzuwenden. Hier hilft man-sich am besten dadurch, dass man die Hupfer erst auf ein nicht bestelltes freies Stück Land heraustreibt. In solchen Fällen, wie auch dann, wenn eine grössere Fläche verhältnismässig dünn mit Hupfern bedeckt ist, zieht man vorteilhaft senkrechte Gräben von P/o bis 2 Fuss Tiefe und Breite quer zur Zugrichtung. An der dem Zuge der Heuschrecken abgewandten Seite wird der ausgehobene Boden möglichst steil aufgehäuft. Oder man errichtet lange, unter Umständen im stumpfen Winkel geführte niedrige Zäune aus einem leicht zu beschaffenden Stoffe: Segelleinen*), Blechstreifen, Wellblech usw. Diese „Schirme" müssen mindestens 50 cm hoch sein und auf den der Heuschrecken zugewandten Seite etwas überhängen: / <—<<:. In der Lage gehalten werden sie durch Pflöcke (und bei weichem Material Spannleinen); am Boden müssen sie gut anschliessen und sind daher dort am besten mit ein paar Schaufeln Erde zu bedecken. (Beide, Gräben *) Mass am oberen Rande mit einem mindestens 5 cm breiten Streifen glatten Wachstuches besetzt sein, an dem die Hupfer abrutschen („Cyprisches System").

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