Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- Die Wanderheuschrecke und deren Vernichtung
- Date
- 1904-10-01
- Page
- Seite 302 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2266000-2266001-2266012-2266847--0628-2266884- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 302 — schenkein umgewandelt ist, und zwei Flügelpaare. Das vordere Paar ist lederartig, ziemlich schmal und mehr als körperlang, das hintere sehr viel breiter, häutig und wird in der Ruhe, um seine Längsachse fächerförmig gefaltet, unter den Vorder- oder Deckflügeln geborgen. Männchen und Weibchen sind leicht zu unterscheiden; denn abgesehen davon, dass die Männchen kleiner sind, ist das Hinterleibsende verschieden: beim Männchen ist an dem Bauchteil des neunten Ringes eine unpaare, schnabelförmige Platte angesetzt, die oben in der Mittellinie eine Art Rinne trägt; beim Weibchen folgt auf den achten Leibesring eine Legescheide, die aus zwei oberen und zwei unteren kräftigen, kurzen, hakenförmigen Klappen besteht, die stets ein wenig auseinander klaffen. Die Färbung ist verschieden, je nach dem Lebensalter der Tiere. Bei Frischgeflügelten ist die Grundfarbe rosenrot mit hellen und dunklen Streifen und Punkten, die Deckflügel bräunlichweiss mit kastanienbraunen, bandförmig angeordneten Spritzflecken, die Unterflügel durchsichtig. Mit dem Herannahen des Winters wird die Grundfarbe immer düsterer, graurotbraun, die Zeichnung verlöscht gleichsam. Die Unterflügel färben sich rosenrot, an der Wurzel tiefdunkel. Gegen das Frühjahr hin wird die Färbung heller und geht immer mehr ins Gelbe über, bis sie endlich deutlich gelb ist. An dieser Umfärbung nehmen auch die Unterflügel teil. Die Zeichnung tritt nun wieder deutlich hervor. Sobald die Heuschrecken ihre volle gelbe Färbung erlangt haben, sind sie geschlechtsreif und schreiten zur Paarung, der sehr bald — in wenigen Tagen — die Eiablage folgt. Bei den