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Altneuland · 1904-09-01 · Heft 9 (September 1904) · p. Seite 285

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 9 (September 1904)
Article
Die russischen Juden im Ackerbau
Date
1904-09-01
Page
Seite 285 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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— 285 — In Spezialkulturen (Rüben, Hopfen) behält die südwestliche Gegend die Oberhand. In manchem Gebiete dieser Region, so z. B. im Gouvernement Grodno, wo es mehr als 2000 jüdische Gemüsegärtner gibt, in den Gouvernements Minsk (1S66), Kowno (1659), Bessarabien (2087), erfreuen sich die kleinen landwirtschaftlichen Geschäfte eines besonderen Blütestandes. In ganz Russland zählt man 3359 jüdische Gutsbesitzer und Pächter, deren Ländereien sich auf 962 757 Desiatinen belaufen, wovon 411108 als Eigentum, 551 649 als Pachtgüter, also nicht einmal l1^ % der Gesamtfläche des innerhalb des Territoriums liegenden Kulturbodens. Der Prozentsatz des jüdischen Eigentums erreicht 0,58 °/0 der Gesamtfläche. Aus der verhältnismässig beträchtlichen Ausdehnung der verpachteten Güter erhellt, dass trotz des Gesetzes vom 3. Mai 1882, laut dessen die Verpachtung an Juden untersagt war, die Lebensbedürfnisse und das eigene Interesse der Gutsbesitzer, die Vermittelung der Juden nötig machten, da ihnen über eine halbe Million Desiatinen verpachtet wurde, zwar ohne jeden Kontrakt. Schliesslich behielt aber das Gesetz die Oberhand, denn seit 1892 mussten die Juden auf 70 % der von ihnen bisher gepachteten Güter verzichten. Die meisten Gutsbesitzer verfügen über wenig ausgedehnte Bodenparzellen: fast die Hälfte besitzt im Durchschnitt 20 Desiatinen; 1/6 von 20 bis 100 Desiatinen; 1/9 über 100. In demselben Verhältnisse sank die von den Pächtern bebaute Fläche. Der grösste Teil der Besitztümer der Juden liegt in den Gouvernements Neu-Russlands, wo sie eine Gesamtfläche von 305 873 Desiatinen einnehmen. In dieser Gegend konnten sie die von ihnen bearbeiteten Ländereien erweitern, denn bis 1882 durften sie Landgüter erwerben. Ihr Besitztum im Nord- und Süd-Westen, wo das Gesetz von 1864 angewendet wird, umfasst eine geringe Fläche (30 579 und 15 866 Desiatinen). In den Gouvernements Littauens und Weiss-Russlands zählt man die meisten jüdischen Pächter. Sie sind da schon lange ansässig und pachten ungefähr 240 000 Desiatinen, ungefähr die Hälfte der von Juden gepachteten Ländereien. In Neu-Russland ist die verpachtete Fläche nur halb so gross. Die meisten jüdischen Gutsbesitzer, 88 %> betreiben selbst den Ackerbau; das Verhältnis der jüdischen Pächter ist noch beträchtlicher, (92 °/0). Die beiden Kategorien befassen sich vorzugsweise mit Ackerbau, die Industrien, die mit dem Ackerbau verwandt sind, erfreuen sich bei ihnen keiner besonderen Entwicklung. Man zählt nicht einmal eine Fabrik auf 20 Landgüter. VERMISCHTES. Aus fremden Produktionsgebieten» Agrumen-Anbau, -Händel- und -Verbrauch in Italien in den letzten drei Jahren. Nach einer Veröffentlichung des Ministero d'Agricoltura, Industria e Commercio wird die Zahl der in Italien vorhandenen Agrumenbäume (Orangen,

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