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Altneuland · 1904-09-01 · Heft 9 (September 1904) · p. Seite 284

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Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 9 (September 1904)
Article
Die russischen Juden im Ackerbau
Date
1904-09-01
Page
Seite 284 (sequence 2)
Language
German
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— 284 — direkt unter der Verwaltung des Ackerbau-Ministeriums oder seiner Vertreter, sie sind also nicht den Plackereien der Kontroll-Ausschüsse ausgesetzt. In schlechten Erntejahren werden sie ferner unterstützt. Auch ist das kulturelle Niveau im allgemeinen weit höher als in anderen Kolonien; fast die Hälfte dieser Kolonien besitzen Volksschulen und andere Anstalten von öffentlichem Nutzen. Die westlichen Kolonien dagegen sind sich selbst überlassen und müssen sich allerlei Hindernisse von Seiten der Kontroll-Ausschüsse gefallen lassen. Beiden Gruppen ist aber etwas gemein, nämlich die Unvollkommenheit des Ackerbau-Betriebes. Darum trifft man, sogar in den gut organisierten Kolonien eine beträchtliche Anzahl armer Leute. Dieser Sachlage abzuhelfen ist also unumgänglich notwendig und dazu sollten energische Massregeln getroffen werden. Aus einer in den Kolonien Bessarabiens vorgenommenen Enquete ergibt sich nämlich, dass der Boden, sowie das Klima dieser Gegend für eine erfolgreiche Einführung des Weinbaues, sowie der Obstzucht sich eignen. So würde man eine beträchtliche Anzahl Familien für die Landwirtschaft gewinnen, die heutzutage nicht über die geringste Bodenparzelle verfügen und darauf verzichten müssen, ihren Broterwerb aus dem Boden zu ziehen. In einer gründlichen, 1899 veranstalteten Untersuchung wurden die Resultate, die die Juden in einzelnen Zweigen der Landwirtschaft erzielen, konstatiert. Es folgen hier einige Daten: Von den 21 521 in den westlichen Gouvernements und im Königreich Polen ansässigen Kolonisten befasst sich ungefähr die Hälfte, nämlich 11 299 Individuen, mit Gemüsebau. Auch treiben zahlreiche Jaden den Michhandel und andere landwirtschaftliche Geschäfte. Hier einige Ziffern: Milchhandel......... 7454 Personen Tabakspflanzung........ 1695 „ Weinbau..........780 Bienenzucht ......... 200 „ Sonstige Betriebe....... 93 „ Zu diesen verschiedenen Betrieben wird eine Fläche von 19 475 Desiatinen verwendet. Der bedeutendste Teil der Ländereien befindet sich ausserhalb der Zone der Städte und wird verpachtet. Sie nehmen folgende Flächen ein: Eigentum der Kolonisten .... 3469 Desiatinen Verpachtete Landgüter..... 4245 „ Im Süden haben sich der Gemüsebau und der Gartenbau beträchtlich entwickelt; die jüdischen Gärten umfassen 6916 Desiatinen, also ungefähr die Hälfte der Gesamtfläche der von ihnen bebauten Ländereien (13 862 Desiatinen). Im Westen beläuft sich die Gesamtfläche der Gemüsegärten nur auf.......... 3797 Desiatinen wovon für Polen....... 2637 „ „ West-Russland .... 1160 Dagegen steht Neu-Russland für die Tabakspflanzung (1522 Desiatinen auf 2755) und für den Weinbau (1391 auf 1650) an der Spitze.

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