Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 9 (September 1904)
- Article
- Damaskus. Handelsbericht für das Jahr 1902
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 281 (sequence 4)
- Language
- German
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— 281 — Para für 1 M. Für Schecks auf Berlin im Ankauf durchschnittlich 621Uo „ „ Verkauf „ 6**j40 Para für 1 Krone. „ Schecks auf Wien im Ankauf „ 570/100 n n Verkauf .„ 58%00 Bares Geld war das ganze Jahr hindurch stärker verlangt als angeboten und deshalb teuer. Landwirte mussten durchschnittlich 12°/0 Zinsen zahlen, um sich die Mittel zur Bestellung ihrer Ländereien zu verschaffen: zu 9—12% lieh man Geld auf Bodenerzeugnisse, und im Warenhandel schwankte der Zinsfuss zwischen 6 und 12°/0. Der gesetzliche Zinssatz ist 9%- Neueres über die Bahnbauten in Palästina. Die Bahn Haifa-Damaskus. Zur Ergänzung unserer Mitteilungen über den Fortgang des Eisenbalmbaues auf der Linie Haifa-Damaskus in No. 7, S. 218 bis 219, entnehmen wir der „Welt-Korr." folgende weitere Angaben: Die Bahn Haifa-Damaskus, die die Engländer zu bauen angefangen hatten, die dann aber durch Schuld der englischen Unternehmer in die Hände der türkischen Regierung übergegangen ist, ist jetzt soweit fertiggestellt, dass vorläufig an drei Tagen in der Woche Personenzüge bis an die Jordanbrücke verkehren. Die Personenwagen kommen, laut Inschrift an den Waggons, aus der Gothaer Waggonfabrik Fritz Rothmann & Glück, Aktiengesellschaft, Gotha. Die Ingenieure, die den Bau leiten, sind fast ausnahmslos Deutsche. Auch die Lokomotiven kommen aus Deutschland. Verschiedene Frachtwagen aber und ebenso Schienen und eiserne Schwellen sind belgisches Fabrikat; auch aus Amerika kam kürzlich eine Dampfschiff lad ung Schienen und eiserne Schwellen. Die Stationsgebäude sind noch nicht überall fertig, doch sind sie wenigstens im Rohbau hergestellt und an ihrer Vollendung wird fleissig gearbeitet. Die Brücke über den Jordan ist auch fertig, und Züge, die Baumaterial zuführen, fahren schon einige Zeit hinüber. Sonderbar erscheint dem Beschauer, dass die Brückenpfeiler alle verkehrt stehen, mit der Spitze abwärts dem Lauf des Wassers folgend, während die mehr breite, runde Seite dem Wasserlauf entgegensteht. Da die Brücke von einem deutschen Ingenieur aus Stuttgart gebaut worden ist, kann man sich diese verkehrte Anordnung nicht erklären, und sie wirft, wenn sie auch praktisch weniger Bedeutimg hat, auf die deutsche Leistung ein ungünstiges Licht. Jenseits des Jordans folgt die Bahn dem Laufe des Jarmük, um allmählich die Höhe des Dschölän zu ersteigen. Doch stellen sich dem Bahnbau nicht bloss natürliche Terrainschwierigkeiten, sondern auch Hitze und starke Fieber entgegen, was natürlich ist, da es an gesundem, guten Trinkwasser fehlt, und el-Hammi am Jarmük 176 Meter, der Einfluss des er-Rukkäd, immer noch 67 Meter unter dem Spiegel des Mittelländischen Meeres liegt. Dennoch hofft man, noch dieses Jahr die Verbindung mit el-Muzerib und damit mit Damaskus herzustellen. Die Hedschas-Bahn. Ein Telegramm aus Konstantinopel vom 17. August meldet: Am 31. August, dem Tag der Thronbesteigung des Sultans, soll der erste Teil der Hedschasbahn, 425 km, und der von Haifa ausgehenden Strecke, 150 km eröffnet werden. Eine besondere Abordnung von 20 Würdenträgern wird morgen unter Führung Turkhan Paschas mit einem Sonderdampfer abreisen, um der Feier beizuwohnen.