Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 9 (September 1904)
- Article
- Die jüdische Kolonisation in Nord-Syrien auf Grundlage der Baumwollkultur im Gebiete der Bagdad-Bahn
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 270 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Aleppo 2× ep/1047811
- Beirut 1× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
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— 270 — maschinen und hydraulischen Pressen und durch die Gewährung von Barvorschüssen an die Bauern. So könnte unter einer geeigneten Leitung hier ein Produktionsgebiet entstehen, das einen grossen Teil des deutschen Konsums an Baumwolle, dieser in der Gegenwart so viel umworbenen und begehrten Pflanzenfaser, zu decken vermöchte. Da die Baumwolle als Frühlingssaat in Wechselkultur mit Getreide bestellt zu werden pflegt, ausserdem auch an vielen Stellen die Möglichkeit der Berieselung der Felder gegeben ist, so dürfte diese Frage auch in einer nahen Zukunft für die Eisenbahngesellschaft Bedeutung gewinnen, weil durch rdie Förderung einer solchen Kultur ein weiteres, sehr beachtenswertes Massenfrachtgut geschaffen wird." Was Nordsyrien betrifft, so liefert das Wilajet Aleppo noch heute ziemlich viel Baumwolle, die hauptsächlich über Alexandrette exportiert wird. Speziell sind es im Sandschak Aleppo die Distrikte von Idlib, El Halaka und Killis, wo Baumwolle produziert wird, sowie in dem nördlich gelegenen Sandschak Marasch die Gegend von Behesne, auch im Sandschak Urfa wird noch etwas Baumwolle produziert. Im Jahre 1900, einem günstigen Ernte- : jähr, produzierte das Wilajet Aleppo ca. 10 000 syrische Ballen, von denen nicht weniger als die Hälfte nach Frankreich ausgeführt wurde. Wie stark aber die Produktion schwankt, erkennt man daran, dass Alexandrette im Jahre 1887 für 500 000 Frcs. Baumwolle exportierte, 1894 hingegen nur für 21 000 Frcs., jetzt freilich wieder für ca. 300 000 Frcs. Auch im Wilajet Surija wird etwas Baumwolle gebaut, liefert doch allein das Sandschak Hamä nach C'uinet etwa 640 Ballen Baumwolle. Es Hesse sich besonders in dem jetzt stark versumpften Orontestal durch richtige Ent- und Bewässerung ein grosses Baumwollzeritrum schaffen. Im Wilajet Beirut ist es momentan eigentlich nur das nördliche Sandschak Lädikije, das Baumwollbau betreibt, besonders die Distrikte Lädikije, Dscheble und El-Merkab, doch ist die Produktion jetzt eine minimale, während im Jahre 1871 immerhin ca. 1200Ballen daselbst produziert wurden. Früher lieferten auch die südlich zu Palästina gehörenden Sandschaks'Akkä und Näbulus des Wilajefs Beirut Baumwolle, produzierten doch im Jahre 1871 die Distrikte 'Akkä, Haifa und Dschenin nicht weniger als 670 Ballen, während kleinere Mengen damals in der Umgebung von Saidä und Sur, d. h. der alten phönizischen Städte Sidon und Tyrus, gebaut wurden. In einem älteren Buche „Syrien und seine Bedeutung für