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Altneuland · 1904-09-01 · Heft 9 (September 1904) · p. Seite 269

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 9 (September 1904)
Article
Die jüdische Kolonisation in Nord-Syrien auf Grundlage der Baumwollkultur im Gebiete der Bagdad-Bahn
Date
1904-09-01
Page
Seite 269 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 269 — gewesen; sie sind es auch bis ziemlich tief ins arabische Mittelalter hinein geblieben, und vereinzelte praktische Erfahrungen, die heute noch gemacht werden, beweisen ebenso wie schriftliche Nachrichten aus früherer Zeit, dass der Boden und Klima der Landstriche am Beiich und Chabur der Baumwollenstaude ausserordentlich zusagen. Es müssen sich Plantagengesellschaften bilden, die möglichst grosse Landstrecken, am besten in langjähriger Pacht, vom türkischen Staate, dem alles herrenlose unkultivierte Land gehört, an sich bringen; sie müssten dann ihr Terrain parzellieren und sei es an kleinere Pächter weiter geben, sei es ..auf eigene Rechnung von eingeborenen Arbeitern bewirtschaften lassen." In einem Aufsatz „Die Aussichten für die Baumwollkultur in Vorderasien" im „Tropenpflanzer", 1903, S. 362—368, führt Dr. S. Soskin die Ideen des Verf. und Prof. Hartmanns näher aus und empfiehlt den deutschen Baumwollinteressenten, in der Gegend von Aleppo eine Baumwollversuchsstation ins Leben zu rufen, die, ausser den speziellen Kulturversuchen mit einheimischen .und sonstigen Varietäten von Baumwolle es sich zu einer besonderen Aufgabe machen müsse, die Mittel und Wege genau .zu studieren, die für die Steigerung der Baumwollproduktion in dieser Gegend förderlich sein können. Der Versuch, für 3 Jahre berechnet, würde wohl auf etwa 100 000 M. zu stehen kommen, wovon nach Auflösung des Unternehmens der Wert des Bodens und der Bauten in Abzug kämen; die erforderliche Summe würde bei Gelegenheit zum Pachten von Boden und Gebäuden natürlich bedeutend kleiner sein. Für den Baumwollbau in Ober-Mesopotamien bricht neuerdings wieder Prof. Fitzner in dem oben angeführten Buche „Aus Kleinasien und Syrien" eine Lanze, indem er schreibt: „Wir stehen hier auf einem klassischen Boden des Baumwollbaues,1) der nach langer Vernachlässigung leicht wieder zu hoher Blüte gebracht werden könnte, wenn das Grosskapital die sich hier bietenden Chancen zur rechten Zeit zu nützen wisse. Es kann sich dabei natürlich nicht um die Anlage eigener ausgedehnter Pflanzungen, sondern um eine Förderung durch Rat und Tat handeln, d. h. durch Errichtung von Musterwirtschaften und Versuchskulturen, durch Installation von Entkemungs- ^-Major Schlagintweit schreibt: „Die Hochflächen östlich des Beiich .bis zum Tigris waren im Altertum und bis zum Mittelalter ein reiches Baum- -wollenland, heute liefern sie so viel wie nichts."

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