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Altneuland · 1904-08-01 · Heft 8 (August 1904) · p. Seite 247

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 8 (August 1904)
Article
Damaskus. Handelsbericht für das Jahr 1902
Date
1904-08-01
Page
Seite 247 (sequence 2)
Language
German
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— 247 — übergeben werden wird, denn die Frachten aus dem Haurän werden in kürzerer Zeit den Hafen Haifa erreichen, als denjenigen von Beirut. Dem im April 1903 für das Jahr 1902 erstatteten Handelsbericht des deutschen Konsuls in Damaskus entnehmen wir folgendes: Allgemeines. Der sich seit Jahren vollziehende wirtschaftliche Niedergang der Provinz Syrien ist im Jahre 1902 in besonders augenfälliger Weise hervorgetreten. Alan ist zwar vielfach geneigt, aus der Erweiterung des syrischen Eisenbahnnetzes, aus einer gewissen Bautätigkeit in der Hauptstadt und einigen anderen Orten des Wilajets, aus einer stellenweisen Vermehrung der Anbauflächen der Provinz und anderen, den Schein des materiellen Fortschrittes tragenden Umständen auf eine gedeihliche ökonomische Entwicklung des Landes zu schliessen, aber dem aufmerksamen Beobachter kann es nicht verborgen bleiben, dass der Volkswohlstand in Wirklichkeit abnimmt und besonders die Landbevölkerung mehr und mehr verarmt. Eine gesunde Entfaltung des Erwerbslebens wurde gelähmt durch eine Reihe von Misslichkeiten vorübergehender Art, wie im allgemeinen ungünstige Ernteergebnisse, äusserst gedrückte Verkaufspreise der Erzeugnisse fast aller Zweige des Gewerbefleisses, vornehmlich der überdies durch Fallimente in Aeg}rpten schwer betroffenen Webeindustrie, ein in allen Erwerbszweigen, besonders im Bazargeschäft, herrschender Geldmangel, namentlich aber durch die Cholera, welche, aus Palästina eingeschleppt, im Herbst unter den Arbeitern der Hedschasbahn ausbrach und kurz vor der Jahreswende auch auf Damaskus übergriff. So muss denn das vorige Geschäftsjahr als ein besonders ungünstiges bezeichnet werden. Einfuhr. An Waren, die das Land nicht erzeugt oder fabriziert, wurden im Berichtsjahre nach Damaskus eingeführt: Kolonialwaren (Zucker, Kaffee, Gewürze, Reis), Textilwaren (Baumwollen- und Wollengarne, Kattune, Rohseide etc.), Metalle und Waren daraus, Papier und Pappen, Leder und Lederwaren, Glaswaren, Porzellan und Steingut, Zündwaren, Stearinkerzen, Paraffin und Ceresin, Kurzwaren, Parfümeriewaren, Sonnen- und Regenschirme, Drogen und Chemikalien, Farbwaren, Holz, Zement, Dachziegel, hydraulischer Kalk, Marmor- und Tonfliesen, Stühle aus gebogenem Flolz, Gummiwaren, Jutekornsäcke, Alkohol und Bier, Petroleum. Eine ziffernmässige Uebersicht der Einfuhrwerte enthält der Bericht nicht. Produktion und Ausfuhr. Das Wilajet Sürija zeigt noch immer keine wirkliche Aufnahmefähigkeit für moderne Bodenbestellungs- und Erntemaschinen; der s}7Tisclie Landwirt widersteht hartnäckig allen Versuchen der Vertreter europäischer und amerikanischer Fabriken landwirtschaftlicher Geräte, deren Erzeugnisse hier einzuführen, und benutzt nach wie vor den unpraktischen Dreschschlitten uralten Sj^stems, den primitiven Pllug mit dem den Boden nur oberflächlich bewegenden Schar und die Handsichel zum Schneiden des Getreides. Es befinden sich zwar einige europäische Kornreiniger und andere Geräte moderner Konstruktion im Lande, aber es sind dies Maschinen, welche als Muster hierher gebracht und nach vergeblichen Mühen der Importeure, Bestellungen darauf zu erhalten, mit Verlust verkauft worden sind; benutzt werden sie kaum. Nur in der Bika, der den Libanon vom Antilibanus trennenden fruchtbaren Flochebene, sind einige Dresch-

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