Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 8 (August 1904)
- Article
- Die Halbinsel Sinai
- Date
- 1904-08-01
- Page
- Seite 246 (sequence 6)
- Language
- German
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— 246 — nach Aussage der Schecks das vierzigste Korn hier geerntet. Eine Beimischung von Kalk, welcher, von den nahen Kalkbergen durch den Regen abgeschwemmt, sich mit der Ackerkrume verbindet, steigert in solcher Art die Ertragsfähigkeit des Bodens. Die gewonnene Ernte deckt den Beduinen nicht allein den eigenen Hausbedarf für Menschen und Vieh, sondern liefert ihnen auch reichliche Verkaufsware. Die Erträge werden von den Leuten aufbewahrt in auf den Erdboden geschütteten halbkugelförmigen Haufen von 5 m Durchmesser und gleicher Höhe, welche man mit einem leichten Erdmantel überdeckt. Ich sah in der Nähe von Beduinenzelten 30 bis 40 solcher Getreidemieten, welche einem einzigen Eigentümer zugehörten. In gleicher Weise bewahrt man dort auch die gewonnene Spreu als Viehfutter auf. Kamele bringen dann die dunkeln Säcke, die aus dem Haar der schwarzen Ziege gewebt sind, voll des Getreides zu Markte. Wie bedeutend dieser Umsatz auf der Halbinsel sein muss, zeigt der Umstand, dass rings um den alten Abrahamsbrunnen zu Bir-es-Seba' eine kleine Stadt im Werden ist. In etwa 50 Häusern haben sich hier Händler, zumeist Hebräer aus Hebron, angesiedelt, welche den Beduinen ihren Weizen und ihre Gerste abkaufen, indem sie als Zahlungsmittel europäische Fabrikate und solche Rohstoffe anwenden, welche die Wüste nicht hervorbringt. Und dieses Geschäft muss sehr lohnend sein nach dem Wettbewerb, der hier an diesem kleinen Orte überall hervortritt. Diese Beobachtungen erscheinen um so wichtiger, je mehr Historiker, Nationalökonomen und Theologen es zuweilen in Frage gestellt haben, ob es möglich gewesen sei, das Volk Israel 40 Jahre lang auf der Halbinsel Sinai zu ernähren. Nach dem hier Mitgeteilten dürfte man geneigt werden, diese Frage zu bejahen. (Schluss folgt.) PALAESTINA UND NACHBARGEBIETE. Damaskus. Handeisbericht für das Jahr 1902. Damaskus ist die Hauptstadt des Wilajets vor Sürija, welches die zu Palästina gehörenden Liwas oder Mutessarrifliks von Haurän und Maeän einschliesst. Speziell die Produktion des Hauran geht in der Hauptsache, dank der Eisenhahn El-Muserib—Damaskus, nach dorthin. Die Verhältnisse werden sich zweifellos zuungunsten von Damaskus ändern, sobald die Haifa—Damaskus-Bahn dem Betrieb