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Altneuland · 1904-08-01 · Heft 8 (August 1904) · p. Seite 242

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 8 (August 1904)
Article
Die Halbinsel Sinai
Date
1904-08-01
Page
Seite 242 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 242 — Zum Verständnis, dieser historischen Vorgänge ist ein eingehendes Studium der örtlichen Verhältnisse durchaus erforderlich, besonders will man die oftmals aufgeworfene Frage bejahen oder verneinen: War die Ernährung einer solchen Volksmenge während eines so langen Zeitraumes von 40 Jahren auf diesem Boden denkbar oder nicht? Jenes Viereck, durchzogen von niedrigen Bergketten, die sämtlich in paralleler Lage aus Nordost nach Südwest streichen, bildet ein Hochplateau, auf welchem neben unfruchtbarer, mit grobem Kies und Feuerstein überdeckter Steppe auch sehr weite Strecken äusserst fruchtbaren Ackerlandes sich finden. Die Substanz jener Bergketten ist Kalkstein von einem sehr festen Gefüge, feinstem Korn und blendender Weisse, dem Marmor fast gleichwertig. Abgetrennt wird von diesem Hochplateau das nach Süden sich streckende Dreieck durch eine Grenze, welche sehr sichtbar in die.Augen fällt. Sie wird gebildet durch den Dschebel-et-Tih. Dieser läuft der Linie Suez-—'Akaba entlang, jedoch mit einer starken Kurve nach Süden. Südlich von ihm liegt das Ringgebirge, welches in seiner Gesamtheit von den Alten mit dem Namen „Der Sinai" genannt wurde und heute von den Arabern mit Dschebel-et-Tür bezeichnet wird. Seine mächtigen Felsenkegeln aus Basalt und Porphyr streben kühn gen Himmel auf, und tief eingesenkte Täler, welche hier sich engen, dort zu breiten Ebenen sich weiten', durchschneiden es nach allen Richtungen. Dieses Ringgebirge füllt das ganze Dreieck aus, indem es nur von den Rändern der beiden Meerbusen, im Osten wie im Westen, seinen Fuss hier und dort zurückzieht. Am unmerklichsten geschieht das auf der Seite des Busens von 'Akaba; sehr in die Augen fallend dagegen auf der Seite des Busens von Suez. Hier entsteht an einem Punkte sogar ein Abstand von 20 km zwischen Berg und Ufer. Dadurch bildet sich in der Umgebung ' des Städtchens Tür eine Sandfläche von 46 qkm, welche den Namen der Wüste ,,E1-Kaa'' führt. Errichtet man auf dem Ras-Muhammecl einen Perpendikel* und zwar im gleichen Abstände von den beiden Orten Suez und Fort 'Akaba, so findet man die Linie der Wasserscheide. Von derselben aus ergiessen sich nach Osten hin die Wasser in den Golf von 'Akaba, nach Westen in den Golf von Suez. Dagegen entwässert das Hochplateau der Wüste Et-Tih nach dem

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