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Altneuland · 1904-08-01 · Heft 8 (August 1904) · p. Seite 237

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 8 (August 1904)
Article
Die jüdische Kolonisation in Nord-Syrien auf Grundlage der Baumwollkultur im Gebiet der Bagdad-Bahn
Date
1904-08-01
Page
Seite 237 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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- 237 — Trotzdem haben, was ihre Baumwollproduktion betrifft, gerade die Vereinigten Staaten insofern noch die günstigste Position inne, als sie noch immer 21/2mal mehr produzieren als sie verbrauchen, trotz ihrer schnell steigenden Baumwollindustrie, die 1860 erst 20%, 1890 schon 30% und 1901 sogar 40% der heimischen Ernte konsumierte; stieg doch die Spindelzahl daselbst von 16,1 Millionen im Jahre 1895 auf 22 Millionen im Jahre 1903, während die Ernte daselbst von 11,2 Millionen Ballen im Jahre 1897/98 auf 10,7 Millionen im Jahre 1902/03 fiel. Gegenüber dieser amerikanischen Baumwollproduktion kommen die obigen Länder kaum in Betracht, da Aegypten mit seinen 1 Million Ballen hauptsächlich die Industrie der feineren Gewebe der ganzen Welt, besonders aber Englands, versorgt, während die fast 3 Millionen Ballen indischer Baumwolle jetzt zu 80% daselbst aufgearbeitet werden, indem Indien schon über 201 Baumwollfabriken mit 5,2 Millionen Spindeln verfügt. Für Europa ist die Gefahr eine drohende, einen immer geringeren Anteil der Weltproduktion an Baumwolle für seine Industrie zur Verfügung zu erhalten, und was das bedeutet, ersieht man daraus, dass in Deutschland bei einer Spindelzahl von 8,4 Millionen schon 1 Million Arbeiter von dieser Industrie leben, in Grossbritannien bei einer Spindelzahl von 48 Millionen also eine fast 6mal grössere Arbeiterzahl. Den Jahreslohn der Baumwollindustrie-Arbeiter berechnet man allein für Deutschland auf 550 Millionen Mark. Deutschland importierte 1903 für 384 Mill. Mark Baumwolle, während die daraus hergestellte Ware einen Wert von weit über einer Milliarde repräsentiert. In England hat man sich schon jetzt entschlossen, die Baumwollfabrikation um 10% einzuschränken, und auf der vor kurzem in Zürich abgehaltenen internationalen Konferenz der Baumwollindustriellen hat man sogar schon versucht, ein ähnliches Uebereinkommen unter allen Mächten herzustellen. Die europäischen Kolonialmächte bemühen sich natürlich aufs eifrigste, in ihren Kolonien die Produktion zu steigern, aber bis auf Russland, welches schon die Hälfte seines Bedarfs durch die in Turkestan in den letzten Jahren entwickelte Baumwollkultur zu decken vermag, ist der Erfolg bisher ein recht geringer gewesen. England, Deutschland, Frankreich und Belgien bestreben sich, besonders in Afrika die Baumwollkultur zu fördern, aber trotzdem besteht die Befürchtung, dass bei der Arbeitsunlust der Neger und dem schon an und für sich für die Kultur der

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