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Altneuland · 1904-08-01 · Heft 8 (August 1904) · p. Seite 235

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 8 (August 1904)
Article
Die jüdische Kolonisation in Nord-Syrien auf Grundlage der Baumwollkultur im Gebiet der Bagdad-Bahn
Date
1904-08-01
Page
Seite 235 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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— 235 — wanderer nicht gleich als selbständige Bauern ansiedelt, sondern sie erst als Arbeiter verwendet, die besseren dann nach einigen Jahren zu Pächtern avancieren lässt, um erst später diejenigen unter ihnen, die sich bewährt haben, als selbständige Bauern zu kolonisieren. Die Hauptschwierigkeit, die sich einer Massenkolonisation osteuropäischer Juden in den Weg stellt, liegt natürlich in den grossen Kosten. Wenn man auch die Verhältnisse in Palästina nicht als Massstab anzulegen braucht, wo die deutschen Templer die Kolonisation einer Familie auf 9600 Mk. mit Land und 6400 Mk. ohne Land bewerten, so gehören nach meinen Erfahrungen mit den jüdischen Kolonien in Anatolien doch mindestens 2500 bis 3000 Mk. ohne Land zur Ansiedlung einer Familie, und mit weniger wird man wohl auch in Nordsyrien nicht auskommen. Um 10 000 Familien mit ca. 50 000 Seelen anzusiedeln, würde man demnach einen Betrag von 25—30 Millionen Mark benötigen, falls man das Land unentgeltlich von der türkischen Regierung erhält, und bei Körnerbau dauert es zweifellos viele Jahre, ehe das ganze Geld wieder eingehen kann. Wo soll man denn eine ■solche Summe hernehmen, zumal für eine Kolonisation in einem Lande mit so schwierigen und unsicheren Rechtsverhältnissen? Geht doch die Erfahrung überall dahin, dass Kolonisation nur dann'ein lukratives Geschäft sein kann, wenn gleichzeitig Landspekulation damit verbunden ist; letztere würde aber bei der Besiedelung türkischer Regierungsländereien ausgeschlossen sein. Es ist also klar, dass Anlage suchendes, nur nach Gewinn ausschauendes Privatkapital nicht zu einer derartigen Kolonisation in Nordsyrien herangezogen werden kann. Von der an beständigem Geldmangel krankenden türkischen Regierung ist natürlich ebensowenig zu erhoffen, wenn es auch nicht schwer sein dürfte, von ihr das brach liegende Land zur Kolonisation zur Verfügung zu erhalten. Wir sind also auf die jüdischen Kolonisationsgesellschaften angewiesen und zwar da die Chowewe Zion-Vereine für Kolonisation in Nordsyrien .kaum in Betracht kommen dürften, auf die Jewish Colonization Association oder auf eine zu dem Zweck zu gründende neue Gesellschaft. So hoffnungslos es nun auch im allgemeinen zu sein scheint, eine neue Gesellschaft für jüdische Kolonisation zu gründen,, so ist in diesem Fall dennoch die Möglichkeit gegeben, da aller Wahrscheinlichkeit nach gerade diese Kolonisation eine, wenn auch

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