Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 8 (August 1904)
- Article
- Die jüdische Kolonisation in Nord-Syrien auf Grundlage der Baumwollkultur im Gebiet der Bagdad-Bahn
- Date
- 1904-08-01
- Page
- Seite 233 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
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— 233 - Strecke Haidar—Pascha bei Konstantinopel bis zum Persischen Göll eine Zeitdauer von ca. 60 Stunden in Anspruch nehmen, bis nach Nordsyrien, z. B. Aleppo, wird man noch nicht die Hälfte der Zeit brauchen: den Anschluss an das Mittelländische Meer soll die Bahn durch eine ganz kleine Zweigbahn von Hamidie in Cilicien nach Castobul am Golf von Iskenderün erhalten, so dass Nordsyrien einen fast unmittelbaren Zugang zum Meer erhalten wird. Das einzige, aber sehr bedeutende Hindernis liegt aber in der Frage der finanziellen Garantien. Die Finanzinstitute verlangen nämlich, da sie infolge der spärlichen Bevölkerung auf eine Rentabilität in absehbarer Zeit nicht rechnen können, seitens des türkischen Staates die Garantie einer sehr beträchtlichen Einnahme pro Kilometer; für die bisher in Angriff genommene Strecke wurde eine jährliche Bruttoeinnahme pro Kilometer von 15 600 Frcs. verlangt, das wird also für 2000 km eine Garantie von über 30 Millionen Frcs. jährlich machen, eine Summe, die das arme und in bezug auf seine besten Einnahmequellen schon an die „Dette publique" verpfändete Land nicht aufbringen kann.. Schon für die kurze Strecke Konia—Eregli wurde die Zehntensteuer einer grossen Anzahl der besten von den anderen Bahnen und der Staatsschuldverwaltung bisher noch nicht in Anspruch genommenen Provinzen zu dem Zwecke verpfändet; wenn auch für den zunächst folgenden, den Taurus überschreitenden und bei Adana in Cilicien endenden Teil der Bahn die Garantien ev. noch gefunden werden könnten, für die übrigen 4/s der Bahn werden sich in absehbarer Zeit schwerlich noch zu verpfändende Steuern auftreiben lassen, und gegen die geplante Zollerhöhung, auf ausländische Waren sträuben sich vorläufig noch einige der am Import hauptsächlich beteiligten Staaten. Im allgemeinen steht man daher der Frage der Verwirklichung des Bahnprojektes ziemlich skeptisch gegenüber. Es ist zwar klar, dass sich eine baldige Rentabilität der Bahn wohl ermöglichen liesse, wenn man die Umgebung der Bahn sofort durch arbeitsame Kolonisten bevölkern könnte, aber ebenso sicher ist, wie wir oben sahen, dass weder die einheimische Bevölkerung der menschenleeren Gebiete, welche die Bahn durchläuft, hierzu genügt, noch dass mohammedanische Muhadschirs hierfür in genügender Menge zur Verfügung stehen. Gegen die Ansiedlung christlicher Einwanderer wrird sieh die Türkei, die schon genug Last mit ihren bulgarischen und armenischen Christ-