Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1904)
- Article
- Beirût (Syrien). Handelsbericht für das Jahr 1902
- Date
- 1904-07-01
- Page
- Seite 215 (sequence 2)
- Language
- German
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- Beirut 3× ep/1047833
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— 215 — Saida und auch, im Libanon gebaut. Ein Beiruter Haus führt Dschebeiltabake zum Preise von 3,50 bis 4,10 Mark für 1 kg fob Beirut aus. Insgesamt gingen über Beirut 1902: 1151 dz syrischer Tabak aus. Für die Aprikosenernte der Damaszener Gegend war 1902 ein Missjahr, wenn auch nicht in dem Masse wie 1901, wo sie kaum dem Landesbedarf genügte. An trockenen Aprikosen in Kisten wurden 1817 dz zumeist nach Aegypten und den Küsten des Roten Meeres, an Aprikosenteig 6294 dz nach den gleichen Ländern, 200 bis 300 Kisten zu 100 kg netto auch nach Deutschland ausgeführt. Die Ernte des laufenden Jahres (1903) war dagegen sehr reichlich, ebenso die Ausfuhr. Nach Deutschland gingen etwa 2000 Kisten Aprikosenteig zum Preise von 35 Mark für 100 kg netto cif Hamburg Hafen. Der gleiche Preis wurde auch 1902 gezahlt; er wird von den jeweiligen Bedürfnissen des inländischen Verbrauchs (Nähe von Festen z. B.) gebildet. An bitteren Aprikosenkernen gingen über Beirut etwa 3500 Sack zu 100 kg, darunter Reste der vorjährigen Ernte. Der Preis blieb derselbe wie 1901: 55 bis 56 Mark für 100 kg cif Deutschland, nachdem ein anfangs versuchtes Hinauftreiben der Preise durch Ankunft grosser Posten kalifornischen Produktes auf dem europäischen, besonders dem deutschen Markte vereitelt worden war. Abnehmer war frühr allein Frankreich; jetzt steht Deutschland an erster Stelle, dann folgen Frankreich, Italien und mit geringem Anteil Oesterreich und Grossbritannien. Die reiche Aprikosenernte des laufenden Jahres brachte 4000 bis 4500 Sack Kerne. Der Preis blieb jedoch der des Jahres 1902, weil nach den inzwischen gemachten Erfahrungen das syrische Erzeugnis dem weniger bitteren kalifornischen vorgezogen wird. Die Rosinenernte war 1902 eine kleine. Während in guten Jahren die syrischen Erzeugungsgebiete etwa 12 500 dz im Werte von rund 385 000 Franken {Behamdün bei Beirut 80 000 Franken, Zahle 100 000 Franken, Damaskus 120 000 Franken grossbeeriger, 85 000 Franken kleinbeeriger Sorte) liefern, gelangten 1902 nur 5300 dz (3697 dz in Kisten und Säcken, der Rest unverpackt zu Destillationszwecken) zum Preise von 20,50 Mark für 50 kg netto cif Rotterdam, Hamburg, Antwerpen zur Ausfuhr. Die Preise der hiesigen Ernte sind von dem Ausfall der weit bedeutenderen Smyrnaer Rosinenernte (Ausfuhr in guten Jahren 20 Millionen Franken) abhängig. Feigen wurden I38V2 dz nacn Oesterreich, Marseille und Hamburg ausgeführt, zum durchschnittlichen Preise von 21 Franken für 100 kg Tafelfeigen (die syrischen sind geringer als die Smyrnaer) und 11 Franken für Feigen zur Destillation. Für Zitronen und Apfelsinen ist weniger Beirut als Tripolis und Saida Ausfuhrplatz. Ueber Beirut gingen 1902: 246472 dz Zitronen (1192 dz in Fässern, der Rest unverpackt) — 1000 Stück etwa 11 Franken — und 22 dz Apfelsinen (1000 Stück durchschnittlich 14 Franken). Ferner wurde 43134. dz Zitronat nach Aegypten, Oesterreich und' Russland ausgeführt. Die Ausfuhr an Anis betrug 1536 dz. An Süssholzwurzeln aus der Gegend von Damaskus wurden über Beirut 57271/2 dz vorwiegend nach Amerika zum Preise von 23 Franken cif Amerika verschifft. Die syrische Ware ist gehaltreicher an Glyzyrrhizin als die Smyrnaer, •steht dagegen der russischen nach. Hauptort für die syrische Süssholzausfuhr ist Alexandrette.