Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1904)
- Article
- Die jüdische Kolonisation in Nord-Syrien auf Grundlage der Baumwollkultur im Gebiete der Bagdad-Bahn
- Date
- 1904-07-01
- Page
- Seite 199 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 199 — 1877/78 die Division von Mossul am Tigris nicht weniger als sieben Monate, um auf dem Kriegsschauplatz einzutreffen. Nach Erbauung der Bahn würden sich diese Verhältnisse bald ändern, genau so, wie ja jetzt in Anatolien seit Vollendung der Bahn daselbst Ordnung eingekehrt ist. Die Bahn ist also schon deshalb von der allergrössten Bedeutung für die türkische Regierung, weil nur durch sie der weiteren Verminderung der Bevölkerung Nordsyriens und Mesopotamiens Einhalt . getan werden kann. Sind das alles Gründe, welche bei den massgebenden Kreisen in Konstantinopel nicht so intensiv wirken, so ist die militärische Bedeutung der Bahn imstande, selbst die sonst so phlegmatische Regierung zur Tatkraft anzuspornen. Wie Dr. Rohrbach ausführlich darlegt, ist es für einen ev. Krieg mit Russland für die Türkei von hervorragender Wichtigkeit, alsbald die vorzüglichen Regimenter Mesopotamiens und Nordsyriens zur Verfügung zu haben. Ohne die anatolische Bahn wäre der griechisch-türkische Krieg nicht so schnell und glücklich beendet worden, und auch bei der Unterdrückung des makedonischen Aufstandes erweist sich die schnelle Transportmöglichkeit dei zentral-anatolischen Truppen stets als sehr wichtig. Um aber einem Angriff Russlands zu begegnen, genügen die militärischen Kräfte Anatoliens nicht, sondern es ist die Konzentration sämtlicher Truppen eine Lebensfrage, und daher ist die Bagdadbahn in der Umgebung des Sultans ein seit lange viel erörtertes Thema, „die Vollendung der Eisenbahnlinie von Konstantinopel nach Bagdad gehört", wie General Freiherr von der Goltz, einer der besten Kenner der Türkei, sich ausdrückt, „zu den Lieblingsplänen des Sultans Abdul Hamid IL; er erblickt darin gewissermassen eine Lebensaufgabe und hat den Gedanken an das Werk jederzeit mit der ihm eigenen Zähigkeit verfolgt." (Fortsetzung folgt.) HARMONISCHE UND DISHARMONISCHE GENOSSENSCHAFTEN, Von Dr. Franz Oppenheim er. II. Betrachten wir nun von den in der ersten Abhandlung neu gewonnenen Gesichtspunkten aus das psychologische Verhalten der Mitglieder einer landwirtschaftlichen Arbeiterproduktivgenossen-