Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1904)
- Article
- Bericht des "Esra", Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina und Syrien pro 1900, 1901, 1902 und 1903 [Nachricht]
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 187 (sequence 2)
- Language
- German
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— 187 — In den Berichtsjahren verwendete der Verein „Esra" 13 153 M. für Machanajim, 2440 M. für die Kolonie Esra, 21 000 M. für die Kolonie Bnei-Jehudah; 7960 M. auf Sekretariat und Agitation, 2000 M. auf Drucksachen, Portis und Bureau, er leistete Beiträge an das Komitee der Chowaweh-Zion im Jahre 1900 in der Höhe von 600 M. und an die Propaganda-Kommission der Chowaweh-Zion im Jahre 1903 in der Höhe von 500 M. Der Effektenbestand ultimo Dezember 1903 betrug 15 500 M., wovon der grösste Teil zum weiteren Ausbau der Kolonie Bnei-Jehudah bestimmt ist, wo im Herbst dieses Jahres noch fünf Familien mit einem Kostenaufwand von 12 000 M. angesiedelt werden sollen. Jede Familie besitzt etwa 16 ha Land, d. i. soviel, als sie allein und ohne Zuhilfenahme fremder Arbeitskräfte bewältigen kann; die Häuser sind in arabischer Art gebaut, die Kolonie wird also ohne den Luxus an Land und Inventar eingerichtet, der in den meisten anderen jüdischen Kolonien in Palästina herrscht. Die Installierung von noch weiteren 15 Familien daselbst hängt davon ab, ob es gelingen wird, zu billigem Preis neues Land daselbst zuzukaufen. II. Geschäftsbericht (1903) des Hilfsvereins der deutschen Juden. Der Verein' interessiert uns hier nur insofern, als er sich mit dem Schulwesen im Orient und speziell in Palästina beschäftigt. Die Mitgliederzahl des Vereins war 1903 5900 (gegen 3000 im ersten Jahre), seine Einnahmen inkl. der Spezialsammlungen für Kischinew erreichten die Höhe von 950 000 M. Die Bilanz per 1. Januar 1903 bis 31. Dezember 1903 weist (Konto Kischinew etc. nicht mitinbegriffen) an Einnahmen 116 608,38 M., an Ausgaben 54 604,53 M. auf. Der Kassenbestand ultimo Dezember 1903 war 62 003,85 M. •Der Bericht bringt die Mitteilung vom Beschluss des Vereins, in Jerusalem ein Lehrerseminar ins Leben zu rufen. Dieses Seminar soll an die Lämel- Schule angegliedert werden. Am 1. Mai sollte das Seminar schon eröffnet werden. Es liegen schon zahlreiche Meldungen von zukünftigen Seminaristen vor, ebenso sind schon Gesuche von verschiedenen Schulen um die Zuweisung von Lehrern eingegangen. Hieraus erhellt das ausserordentliche Bedürfnis nach einem solchen Seminar. Die zukünftigen Lehrer sollen „neben der Ausbildung in den hebräischen Fächern, denen besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden wird, und neben der Ausbildung im Deutschen und Arabischen auch ein Mass von Kenntnissen in allen übrigen Fächern erhalten, das sie befähigen wird, den Gemeinden, in deren Schulen sie zu unterrichten berufen sein werden, geistige Führer zu sein". Auch soll ihnen eine gewisse Ausbildung in der Landwirtschaft gegeben werden, „weil sicher viele dieser Lehrer in den jüdischen Dörfern zu unterrichten haben werden". Von den bestehenden Anstalten in Palästina erhielt die Lämel-Schule ausser den 5000 M., die 1902 bewilligt wurden, noch ferner 2000 M. Subvention für den Bau des neuen Schulhauses. Für die Kindergärten in Jaffa und Jerusalem wurden zusammen 4000 Frcs. bewilligt. VI. Jahresbericht der Deutschen Orient-Gesellschaft zu Berlin pro 1903. Die Gesellschaft zählte am Schluss des Berichtsjahres 49 immerwährende und 1044 jährlich beitragende Mitglieder gegen 40 und 719 im Vorjahr. Seit Neujahr dieses Jahres sind 58 neue Mitglieder beigetreten. Die Einnahmen betrugen mit einem Vortrag von 82 240 M. aus dem Vorjahr 307 397 M., darunter ein Gnadengeschenk des Kaisers 50 000 M., eine ausserordentliche Beihilfe aus dem Allerhöchsten Dispositionsfonds von 15 000 M., die Beihilfe der preussischen Staatsregierung von 88 600 M. und die Zuwendungen eines Vorstandsmitgliedes (James Simon) für die Ausgrabungen in Abusir 15 000 M. und für eine