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Altneuland · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. Seite 158

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Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Die Konservenindustrie
Date
1904-05-01
Page
Seite 158 (sequence 3)
Language
German
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— 158 — Hiernach hat die Einfuhr von Gemüsekonserven nach Aegypten im grossen und ganzen in den letzten Jahren nur eine geringe Zunahme erfahren; sie weist aber eine nicht unbedeutende Verschiebung der Lieferungsverhältnisse auf. Vor allem sind die grossen Fortschritte der griechischen Einfuhr zu erwähnen, welche fast ausschliesslich auf Kosten des türkischen und französischen Importserzielt wurden. Die griechischen Lieferungen bestehen zum weitaus grössten Teile aus schwarzen und grünen Oliven, welche in Aegypten ein sehr beliebtes Nahrungsmittel sind und an die einheimische Bevölkerung sowohl als auch an die armen europäischen Klassen zu sehr billigen Preisen abgesetzt werden. Auch Italien hat seinen Absatz in beträchtlicher Weise erhöht; es liefert hauptsächlich Tomatenkonserven und verschiedene Gemüse in Essig. Dagegen hat die Einfuhr aus Frankreich und England abgenommen, wenngleich sie auch noch immer bedeutend ist. Frankreich importiert Gemüsekonserven in Blechschachteln oder in Flaschen. Die Schachteln werden zu je 100 in einer Kiste geliefert; die beliebteste Grösse wiegt 1/2 kg. Essigkonserven liefert Frankreich in Kisten, enthaltend 12 Flaschen mit je 1/2 1 oder 24 Flaschen mit je l/4 1 Inhalt. Gurken und Piment werden in Fässern von 10 bis 25 kg geliefert. Die aus England stammenden Gemüsekonserven sind besserer Qualität, aber auch dementsprechend teurer als die französischen; sie werden hauptsächlich für Zwecke der englischen Besatzungstruppen bezogen. Die englischen Essig- und Senfkonserven erfreuen sich auch allgemeiner Beliebtheit, namentlich Zwiebeln und Mixedpickles werden viel gekauft. Hierzu bemerkt freilich der Bericht, dass Aegypten in der letzten Zeit immer mehr seine eigene Produktion an Gemüse steigert und somit auf keine Ausdehnung der Einfuhr von Gemüsekonserven gerechnet werden darf. Aber wenn man auch nur mit den vorliegenden Zahlen rechnet, d. h. einer Einfuhr von £E. 44570, mehr als 1 000 000 Frcs., jährlich, so muss man doch zugeben, dass Palästina noch die Möglichkeit bleibt, schon für Aegypten allein, dank seiner bevorzugten Lage, Bedeutendes zu leisten. Es kämen aber auch forner liegende Länder in Betracht. Der Zweck unserer Angaben ist, die Aufmerksamkeit jüdischer Kapitalisten auf diese Industrie in Palästina zu lenken. Es sei hierbei bemerkt, dass grosse Kapitalien hierfür nicht in Betracht kommen. Die Weinernte in Italien und Spanien 1903. Für die Beurteilung der Marktkonjunkturen für den in den jüdischen Kolonien in Palästina erzeugten Wein ist gewiss die Kenntnis der Ernteerträge anderer Wein produzierender Länder von Interesse. Der deutsche Generalkonsul in Neapel berichtet über die diesjährige Weinernte in Italien wie folgt: Die vorjährige Weinernte Italiens hat nach amtlicher Veröffentlichung nur 35,1 Mill. hl gegen 41,4 Mill. hl im Jahre 1902 und 44,1 Mill. hl im Jahre 1901 ergeben. An diesem Ausfall waren, mit Ausnahme der neapolitanischen Provinzen und der Inseln Sardinien und Sizilien, mehr oder minder alle Landesteile beteiligt. Geradezu eine Fehlernte hatte Oberitalien zu verzeichnen, das nur 6,4 Mill. hl gegen 10,0 Mill. hl und 11,8 Mill. hl in den beiden Vorjahren erzielt hat; am schwersten wurden die piemontesischen Weinberge betroffen. Mittelitalien hat 10,7 Mill. hl gegen 13,1 Mill. hl und 15,5 Mill. hl geerntet, Süditalien

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