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Altneuland · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. Seite 157

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Die Konservenindustrie
Date
1904-05-01
Page
Seite 157 (sequence 2)
Language
German
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— 157 - steht, reicht die Produktion -für den inländischen Bedarf nicht aus. Als Spezialitäten gelten eingemachte Tomaten, Paprika, Eierpflanzen, sogen, grüner Kaviar (das breiige Innere der Eierpflanze mit den Samenkernen) und Kabatschki (eine Art Kürbis), wovon die beiden ersteren auch nach Deutschland ausgeführt werden. In konservierten Gemüsen ist der Absatz im Süden Russlafids nicht beträchtlich, da eine Anzahl frischer Gemüsearten, aus Konstantinopel und Alexandrien eingeführt, fast das ganze Jahr hindurch erhältlich ist. Diese, wie die Fleischkonserven, kommen daher mehr für die Ausfuhr als für den örtlichen Bedarf in Betracht. An Früchten liefert Südrussland besonders eingemachte und als Marmeladen zubereitete Aprikosen, Reineclauden, Pfirsiche, Birnen und Quitten, während Konserven aus Beerenobst, wie Himbeeren, Stachelbeeren usw., mehr in den nördlichen Teilen des Landes erzeugt werden. Bessarabien bringt fast nur Backobst, namentlich seine vortrefflichen Zwetschgen, in den Handel. Auch Livland und Kurland haben eine ziemlich bedeutende Konservenindustrie. Der grösste Teil der Fabriken erzeugt Fischkonserven, aber auch Gemüsekonserven, während die Fleischkonserven weniger in Aufnahme gekommen sind. Der deutsche Konsul in Riga schreibt u. a. hierüber: In Riga werden jährlich gegen 4 Millionen Dosen im Werte von etwa 1 Million Rubel hergestallt, in der Mitauer Fabrik etwa 600 000 Dosen im Werte von gegen 150 000 Rubel. Die Fischkonserven mannigfaltiger Art sind von guter Qualität und fehlen fast in keinem besseren Haushalt; die Fleischkonserven sind weniger in Aufnahme gekommen. Russische Gemüsekonserven stehen an Qualität den aus dem Ausland bezogenen bedeutend nach, da die Sorgfalt in der Auslese und der Verpackung fehlt. Die einfacheren Gemüsekonserven, wie Spinat, Karotten usw. stellen sich so billig, dass es sich schon des Zolles wegen nicht lohnt, dieselben aus dem Ausland zu beziehen. Ausländische Früchte und Kompotts werden seltener bezogen, da die inländischen Fabriken, beispielsweise die in Moskau, Meister aus dem Auslande haben kommen lassen, so dass dieselben jetzt Waren liefern, die den Wettbewerb mit den ausländischen, speziell den französischen Erzeugnissen sehr wohl bestehen können. Wie wir aus dem Berichte des Odessaer Generalkonsuls gesehen haben, gehen russische Konserven nach der Türkei, Griechenland und den Balkanlän dern. Ein bedeutender Abnehmer für Gemüsekonserven ist der nächste Nachbar Palästinas — Aegypten. Die österreichisch-ungarische Handelskammer in Alexandria berichtet über Aegyptens Einfuhr von Gemüsekonserven, wie folgt: Die Einfuhr von Gemüsekonserven nach Aegypten stellte sich in den Jahren 1897—1902 in £E. 26 Frcs. wie folgt: 1897 1898 1899 1900 1901 1902 Herkunftsländer £E. £E. £E. £K. £E. £E. . 8 817 11 300 6 446 7 230 6 310 7 437 Deutschland . . . 572 360 270 565 470 681 Oesterreich-Ungarn . 938 864 513 463 671 535 165 205 112 49 103 286 . 10 524 11 717 8 481 9 942 9 036 9 546 Griechenland . . , . 4 502 8 571 8 284 8 474 13 051 14 613 1 831 2 710 2 932 2 958 3 703 3 733 . 11342 9 826 9 335 11 241 9 838 6 977 196 241 255 435 482 762 Zusammen . . . 38 887 45 794 36 628 41 357 43 664 44 570

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