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Altneuland · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. Seite 149

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Haifa. Handelsbericht für das Jahr 1902
Date
1904-05-01
Page
Seite 149 (sequence 4)
Language
German
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— 149 - im Jahre 1902 600 Rind-, 750 Schaf- und 980 Ziegenhäute. Hiervon wurden 704 Stück als Transitware nach Deutschland ausgeführt. Die arabischen Gerber verfertigten aus Schaf- und Ziegenfellen nur rotes Lederfutter und Saffianleder, von dem die türkischen Schuhe gemacht werden und das in zweierlei" Sorten unter dem Namen „Ermes" und „Bokamme" in den Handel kommt. Wohl würde unser Leder im Wettbewerb mit den europäischen Ledersorten die Oberhand behalten, wenn die Nachfrage durch unsere Gerber befriedigt werden könnte, aliein es fehlt in unserer Gegend an genügendem Rohmaterial, wodurch die ausländische Ledereinfuhr bis jetzt noch keine Abnahme erlitten hat. In Nazareth können die Gerber nur im Winter gerben, wo die Rohware teurer als zu anderen Jahreszeiten ist; doch im Sommer mangelt das nötige Wasser. Bemerkenswerte Fortschritte macht das Schmiede- und Wagnergeschäft in Haifa. Wir haben hier bei einer Einwohnerzahl von nicht ganz 12 000 Seelen ungefähr 100 Wagen, die den Verkehr zwischen Haifa—Akka und Haifa—Nazareth und Tiberias unterhalten und deren Ausbesserungen den Schmieden und Stellmachern fortwährend Arbeit geben. Die einzelnen Bestandteile, wie Räder, Federn und Laternen, werden aus Amerika bezogen und der Rest hier gemacht. Früher wurde der vollständige Wagen von dort beschafft, doch fand man bald heraus, dass es vorteilhafter ist und bedeutend billiger kommt, hauptsächlich nur die Räder und Federn einzuführen. Diese Wagen müssen bei den schlechten Strassen, die wir haben, fest und dabei doch so leicht wie möglich gebaut sein, wobei es besonders auf die Güte genannter Bestandteile ankommt. Hierfür hat sich das amerikanische System und Material, das jeden Witterungswechsel unbeeinflusst erträgt, als das für hiesige Verhältnisse dem Zweck entsprechendste bewährt. Es gibt in Haifa 10 Schmiede- und Schlosserwerkstätten, 22 Tischlereien und 4 Sattlereien. Einfuhr. Nach den Ausweisen des Haifaer Zollamtes betrug die Einfuhr vom Auslande im Berichtsjahre 2793 Tonnen, 1 095 169 Stück und 7949 Meter und die Einfuhr von den übrigen Plätzen der Türkei 4723 Tonnen, 843 321 Stück und 17 771 Meter, also zusammen 7516 Tonnen, 11 938 490 Stück und 25 720 Meter. Hiervon gingen 3645 Tonnen, 702 930 Stück und 109 892 Meter nach Akka. während der Rest sich auf Haifa mit seiner Umgebung verteilte. Die Haifaer Kaufleute, einige grössere Einfuhrfirmen ausgenommen, beziehen nach wie vor und trotz hoher Hafen- und Kaiabgaben ihren Hauptbedarf aus Beirut, wo ihnen die denkbar günstigsten Bezugs- und Zahlungsbedingungen eingeräumt werden. Europa könnte das nicht tun, einerseits der geringen Aufträge wegen, andererseits wäre ihm auch entschieden abzuraten, selbst bei gröfseren Aufträgen auf Ziel gegen Wechsel zu liefern. Die auswärtigen Bezugsländer waren vorwiegend: Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien, Oesterreich-Ungarn, Amerika, Belgien, Russland und Aegypten, von welchen Ländern besonders Amerika fühlbare Anstrengungen macht, um seine Fabrikate in Maschinen und Ackerbaugerätschaften hier einzuführen. Das meiste wurde mit den Schiffen des Oesterreichischen Lloyd eingeführt, gleichviel ob die Waren vom In- oder Auslande kamen. Die Einfuhreinnahmen vom letzten Jahr beliefen sich bei der hiesigen Agentur dieser Gesellschaft auf 20 055 Goldgulden 50 137V2 Franken.

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